„Ambitionierte Klimaziele erfordern Freiräume für die Industrie“

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Die von der EU geplante stärkere Treibhausgasreduktion ist konsequent. Die Industrie benötigt dafür aber Freiräume; nur ein technologieoffener Ansatz kann bis 2030 den schnellen Einsatz der nötigen Innovationen gewährleisten.

Zur geplanten Erhöhung der EU-Klimaziele 2030 sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen:

„Europa ist unser Heimatmarkt. Dass die EU beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnimmt, ist wichtig und richtig, insbesondere für den Maschinen- und Anlagenbau, der darin eine große Chance sieht. Mit den vom Maschinenbau entwickelten grünen Technologien können fast 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen in industriellen Anwendungen ermöglicht werden. Das bietet gerade der mittelständischen exportstarken europäischen Industrie neue Geschäftschancen.

Die geplante Erhöhung des Klimaziels für diese Dekade ist konsequent. Eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent erfordert jetzt aber eine schnelle Anpassung des Marktrahmens. Das bedeutet zum Beispiel die Überprüfung des Emissionshandels sowie der Lastenverteilung auf die Mitgliedstaaten. Die Industrie benötigt Freiräume, nur ein technologieoffener Ansatz kann bis 2030 den schnellen Einsatz der nötigen Innovationen gewährleisten.

"Die Industrie benötigt Freiräume, nur ein technologieoffener Ansatz kann bis 2030 den schnellen Einsatz der nötigen Innovationen gewährleisten."

Bei der Umsetzung der Klimaziele sollte die Politik die Finger von einer zentralen Steuerung durch den Staat lassen und auf marktwirtschaftliche Instrumente setzen. Die Europäische Union sollte in ihrer Gesetzgebung und im Rahmen des Paris-Prozesses die Voraussetzungen schaffen, dass nachhaltige Emissionsminderungen in Drittstaaten auf die EU-Ziele angerechnet werden können. Dies würde die Effizienz des Klimaschutzes und die Exportchancen deutlich verbessern.“