Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegenwirken

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Anlässlich des Jahresgutachtens des Sachverständigenrates wird nochmals deutlich, dass die Politik den Unternehmen mehr Freiräume für Wachstum und Innovation schaffen muss. Dem drohenden Anstieg von Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit muss mit aller Kraft begegnet werden. Zur Übergabe des Jahresgutachtens des Sachverständigenrates an Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers:

„Die schnelle Entwicklung eines Corona-Impfstoffes wird sich sicherlich positiv auf die gesamte Wirtschaft auswirken. Dennoch wird die wirtschaftliche Erholung noch einige Geduld brauchen und weit ins nächste Jahr hineinreichen. Zumal sich mit einer hoffentlich erfolgreichen Bekämpfung des Corona-Virus die vielfältigen strukturellen Herausforderungen für die deutsche Industrie nicht in Luft auflösen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik den Unternehmen mehr Freiräume für mehr Wachstum und Innovation schafft. Das von Bundeswirtschaftsminister Altmaier geforderte Belastungsmoratorium ist ein guter, vernünftiger Ansatz. Der Verzicht auf neue Belastungen darf sich dabei nicht auf das Steuerrecht beschränken, sondern muss auf das Arbeitsrecht ausgedehnt werden. Die weiterhin hohe Inanspruchnahme an Kurzarbeit verdeckt die Probleme, die wir auf dem Arbeitsmarkt haben. Wie im gesamten verarbeitenden Gewerbe sind auch im Maschinen- und Anlagenbau Kapazitätsanpassungen in vollem Gange. Laut einer VDMA-Mitgliederbefragung von Ende September nutzen 64 Prozent der Betriebe Kurzarbeit, 62 Prozent haben einen Einstellungsstopp verhängt und 23 Prozent haben einen Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – in die Wege geleitet. Dem drohenden Anstieg von Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit muss die Politik frühzeitig begegnen, indem sie durch Deregulierungen des Arbeitsrechts Neueinstellungen erleichtert.“