Flächendeckende Lockdowns sind größtes Risiko für konjunkturelle Belebung im Maschinenbau

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Fast zwei Drittel der 522 in der 8. VDMA Corona-Blitzumfrage interviewten Entscheidungsträger sehen eine zweite Welle als größtes Abwärtsrisiko für die jüngst begonnene konjunkturelle Belebung.

Die wieder ansteigenden Infektionsraten führen zu einer wachsenden Verunsicherung der Investoren. „Trotz steigender Infektionszahlen in vielen wichtigen Märkten muss es gelingen, flächendeckende Lockdowns unbedingt zu vermeiden. Statt eines erhofften Aufschwungs droht sonst eine Verschärfung der Krise. Die zügige Entwicklung eines Impfstoffs könnte zusätzlich für Entlastung sorgen“, analysiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Die geplanten Investitionsvorhaben der Unternehmen für 2021 fallen vorerst zurückhaltend aus. Die mit 37 Prozent relative Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet mit einem geringen Investitionswachstum im einstelligen Prozentbereich. Ende März gaben 73 Prozent der Unternehmen an, ihre Investitionen für 2020 zu kürzen – fast die Hälfte von ihnen im Umfang von 10 bis 30 Prozent. Die Basis für ein Wachstum im kommenden Jahr fällt demnach entsprechend niedrig aus.

Konjunkturelle Dynamik schwächt sich ab – Unternehmen wieder etwas pessimistischer
Zuletzt hat sich die konjunkturelle Dynamik im Maschinenbau wieder etwas abgeschwächt. Die zwischenzeitliche Hoffnung auf eine rasche wirtschaftliche Erholung ist bei vielen Maschinen- und Anlagenbauern einer leicht gestiegenen Skepsis gewichen. „Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus“, sagt Wiechers. Gerade einmal 18 Prozent der Unternehmen erwarten eine Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2019 bereits im Jahr 2021. Mitte Juni waren es noch mehr als 30 Prozent.

"Trotz steigender Infektionszahlen in vielen wichtigen Märkten muss es gelingen, flächendeckende Lockdowns unbedingt zu vermeiden."

Anhaltende Auftragsflaute bleibt Sorgenkind im Maschinen- und Anlagenbau
Zwar hat sich die Auftragslage leicht gebessert, dennoch bleibt sie weiterhin angespannt. Seit Ende Mai ist der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen und Stornierungen sukzessive von 45 Prozent auf 28 Prozent gesunken. 80 Prozent der Unternehmen erwarten nachfrageseitig auch in den nächsten drei Monaten keine Besserung. „Damit sind die Betriebe sogar etwas pessimistischer als Anfang Juli, als immerhin 26 Prozent mit einer Aufhellung in den Folgemonaten rechneten“, analysiert Wiechers. Kleiner Lichtblick: Es gibt jedoch mit einem Anteil von 13 Prozent auch einige Maschinen- und Anlagenbauer, die bislang weitgehend gut durch die Krise gekommen sind und voraussichtlich 2020 keine Umsatzrückgänge verbuchen werden.

23 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauunternehmen haben einen weitergehenden Personalabbau in die Wege geleitet oder planen dies in absehbarer Zeit. Drei Viertel dieser Betriebe sieht einen Stellenabbau im Umfang von 5 bis 15 Prozent der Stammbelegschaft vor. „Die anhaltend schwache Geschäftslage zwingt viele Betriebe, sich vermehrt mit dem Thema Personalabbau zu beschäftigen. Auch Kurzarbeit (64 Prozent) und Einstellungsstopps (62 Prozent) sind weiterhin in vielen Betrieben anzutreffen“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.

Details zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie hier.