Wandel durch Handel wirkt

VDMA

Brief an Entwicklungsminister Müller: Polemik gegen Verbände und Unternehmen ist ein Zerrbild der Realität

Der globale Handel hat in den Entwicklungs- und Schwellenländern in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte bewirkt. Dies lässt sich anhand vieler maßgeblichen Kennziffern wie Bruttosozialprodukt, Steigerung der Lebenserwartung oder Rückgang extremer Armut belegen. Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland wehrt sich deshalb mit Nachdruck gegen das von Entwicklungsminister Gerd Müller in einem Zeitungsinterview gezeichnete Bild, wonach Ausbeutung, Sklaverei und Bereicherung zu Lasten der Ärmsten noch immer die Entwicklung in diesen Ländern prägen. In einem Brief an den Minister betont VDMA-Präsident Carl Martin Welcker: „Das Prinzip ,Wandel durch Handel‘ wirkt. Deswegen hat auch Ihr Ministerium nicht zuletzt uns Maschinen- und Anlagenbauer immer wieder ermuntert, in den ärmsten Ländern zu investieren. Dass ausgerechnet ein deutscher Entwicklungsminister dieses Engagement derart negativ bewertet, ist mir unerklärlich.“

„Das Prinzip ,Wandel durch Handel‘ wirkt. Deswegen hat auch Ihr Ministerium nicht zuletzt uns Maschinen- und Anlagenbauer immer wieder ermuntert, in den ärmsten Ländern zu investieren."

Im gleichen Zeitungsinterview zeichnet Minister Müller auch ein Bild von Verbänden und Unternehmen, die sich gegen die Durchsetzung von Menschenrechten wehren. Eine solche Polemik ist nach Ansicht des Maschinen- und Anlagenbaus kontraproduktiv. „Das von Ihnen vermittelte Zerrbild von Unternehmen entspricht schlicht und einfach nicht der Realität“, erklärt Welcker. Tatsächlich wehrt sich die mittelständische Industrie nicht gegen Menschenrechte, sondern gegen das geplante Lieferkettengesetz, weil es „die Kausalkette zwischen Zuständigkeit und Haftung ignoriert und daher weder Rechtssicherheit schafft, noch bei den Menschenrechten hilft“, schreibt der VDMA-Präsident. Der Appell des Maschinen- und Anlagenbaus an den Entwicklungsminister lautet daher: „Lassen Sie uns gemeinsam an einem vernünftigen Gesetz arbeiten, denn auch wir teilen Ihre Absicht, die Menschenrechte in dieser Welt voranzubringen.“

Den vollständigen Brief des VDMA-Präsidenten an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller lesen Sie hier und als Download.

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