EEG-Entwurf bietet eine gute Planungsgrundlage

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Anpassungsbedarf bei Marktintegration und Digitalisierung

Aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus bietet der Entwurf zur EEG-Novelle mit der Schaffung langfristiger Ausbaupfade bis zum Jahr 2028 eine grundsätzlich gute Planungsgrundlage. Allerdings muss an verschiedenen Stellen nachgeschärft werden:

„Der Koordinierungsmechanismus zwischen Bund und Ländern zur Umsetzung des 65 Prozent-Ziels für Flächen und Genehmigungen muss jetzt dringend etabliert werden. Nur wenn die Länder die notwendigen Flächen zur Verfügung stellen, können die bundesweiten Ziele erreicht werden. Zudem bleibt es wichtig, die Ausbauziele und Ausschreibungsvolumina an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen – wie beispielsweise die mögliche Verschärfung der EU-Klimaziele oder die Erhöhung von Verbrauchsprognosen. Die Streichung nicht bezuschlagter Windprojekte bis zum Jahr 2024 ist hier das falsche Signal“, sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.
 

Marktintegration – Diskussionsprozess notwendig
Eine Zielerreichung wird nur gelingen, wenn sich Investoren finden, die auf Basis der Rahmenbedingungen Anlagen bauen können. Hierbei gibt es aus Sicht des Anlagenbaus noch Anpassungsbedarf. Der Vorschlag zur Regelung zu negativen Preisen (§ 51) wirft neben Umsetzungsfragen vor allem Fragen zur Finanzierbarkeit von Projekten auf. Alternative Nutzungsmöglichkeiten gilt es noch zu entwickeln bzw. Hemmnisse abzubauen. „Die zunehmende Marktintegration der erneuerbaren Energien muss unbedingt sukzessive erfolgen. Vor einer nicht kalkulierbaren Verschärfung der derzeitigen 6h-Regelung halten wir einen breiten Dialogprozess für erforderlich, der Lösungswege erarbeitet“, fordert Matthias Zelinger.


Anpassungsbedarf für den Einsatz intelligenter Messsysteme
Auch bei der Fernsteuerbarkeit von Erzeugungsanlagen über intelligente Messsysteme (§ 9) gibt es dringenden Anpassungsbedarf. So muss sich die Fernsteuerbarkeit der Einspeiseleistung aus Sicht von VDMA Power Systems an den technischen Anschlussrichtlinien orientieren. Ebenso ist der Diskussionsprozess mit der Branche bezüglich der ausschließlichen Nutzung der Smart-Meter-Gateways zur Anlagensteuerung noch in vollem Gange. Festlegungen zu technischen Schnittstellen und Übertragungsprotokollen fehlen noch. Wichtig ist zudem, dass die Kommunikationssysteme weltweit einsetzbar sind und dass hier internationale Standards eingeführt werden.


Bioenergie - Flexibilisierung vorantreiben und Versorgungssicherheitsbeitrag nutzen
Die Streichung des Flexibilitätsdeckels ermöglicht die erfolgreiche Fortsetzung der Flexibilisierung von Biogasanlagen. Das Qualitätskriterium für eine echte Flexibilisierung muss hinsichtlich seiner Praxistauglichkeit geprüft werden. Auch die Schaffung eines neuen Ausschreibungssegments für Biomethan-Anlagen, insbesondere in der Südregion schafft neue Chancen, um die Möglichkeiten von Bioenergieanlagen für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit zu erschließen. VDMA Power Systems begrüßt diese Änderungen.

Die konkreten Forderungen des Energieanlagenbaus zum EEG-Referentenentwurf sind in einer Kurzstellungnahme dargelegt. Am 23. September soll der EEG-Entwurf im Kabinett diskutiert werden.

 

Pressekontakt

Beatrix Fontius
Tel. +49 69 6603 1886
beatrix.fontius@vdma.org

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