„Strafzölle im Airbus-Streit treffen die Falschen"

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Die US-Strafzölle im Airbus-Streit treffen auch Unternehmen, die mit den Flugzeug-Subventionen nichts zu tun haben. Eine Entspannung im Handelsstreit ist dringend nötig.

Der Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus und die daraus resultierenden US-Strafzölle auf europäische Produkte belastet auch Unternehmen aus Deutschland. Der VDMA lehnt diese Maßnahmen der amerikanischen Regierung als kontraproduktiv ab. Zudem treffen sie Unternehmen aus dem Maschinenbau, die mit den ursprünglichen Subventionen an Airbus und Boeing nichts zu tun haben. Nach wie vor betroffen sind davon zum Beispiel Hersteller bestimmter Werkzeuge, Induktionsöfen oder spezieller Bagger.  

„Die Handelsbeziehungen der EU mit den Vereinigten Staaten bedürfen einer Entspannung, keiner weiteren Eskalation“, betont VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Die US-Strafzölle auf europäische Produkte im Zusammenhang mit dem Airbus-Streit stehen zwar im Einklang mit den Regeln der WTO. „Gerade in der Corona-Krise mit ihren schweren wirtschaftlichen Folgen sollten sich die USA und die EU aber davor hüten, die Stimmung in der Wirtschaft durch neue Zölle noch weiter zu drücken“, mahnt Brodtmann. Zumal Frankreich und Spanien im Juli bereits eingelenkt hatten. Beide Länder hatten sich mit Airbus darauf geeinigt, die Bedingungen der von ihnen für die Entwicklung des Modells A350 gewährten rückzahlbaren Anschubinvestitionen zu ändern.

Der VDMA fordert die EU und die amerikanische Regierung daher zu einem konstruktiven Dialog auf. Es gilt nun, eine Verhandlungslösung zu finden, die den Streit um Subventionen für die beiden Flugzeugbauer endgültig beendet. Dazu muss auch die Welthandelsorganisation (WTO) ihren Teil beitragen und dafür sorgen, dass es im Fall der Boeing-Subventionen keine weiteren Verzögerungen gibt und auch hier bald eine Entscheidung getroffen wird.