VDMA: Regierung muss Neueinstellungen erleichtern

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt einen drastischen Rückgang an offenen Stellen fest. Fabian Seus, Leiter des VDMA Competence Centers Arbeitsmarkt, fordert deshalb rechtliche Erleichterungen für Neueinstellungen.

„Die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung ist vor allem darauf ausgerichtet, während der Pandemie einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Das ist ihr mit der Kurzarbeit bislang weitgehend gelungen. Um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit dauerhaft zu verhindern, muss der Arbeitsmarkt aber flexibel bleiben. Dazu gehört vor allem, dass diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, schnell wieder eine neue Anstellung finden. Der drastische Rückgang der offenen Stellen ist deshalb ein Alarmsignal. Die Bundesregierung muss darauf reagieren, indem sie alles tut, um Neueinstellungen zu erleichtern. Im Augenblick passiert aber eher das Gegenteil, wie die Eingriffe bei Werkverträgen und Zeitarbeit zeigen. Zudem plant die Koalition, noch in dieser Legislaturperiode den rechtlichen Rahmen für befristete Arbeitsverhältnisse zu beschneiden. Diese Pläne sollten schnell ad acta gelegt werden. Um einem Anstieg der Arbeitslosigkeit vorzubeugen, sollte stattdessen die Regierung die Höchstdauer für sachgrundlose Befristung von zwei auf drei Jahre ausweiten und das Vorbeschäftigungsverbot aufheben. Ebenfalls sollte die Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten in der Zeitarbeit ausgesetzt werden. Beide Regulierungen, die zum Schutz der Beschäftigten gedacht waren, wenden sich in wirtschaftlich volatilen Zeiten gegen die Interessen der Beschäftigten. Sie tragen mit dazu bei, dass sich Arbeitslosigkeit verfestigt.“ Schreiben Sie Ihren Text hier