Eine Investition, die sich lohnt: der PQ6 – mit Sicherheit schnell erfolgreich

PQ6

500 mm tiefe Löcher von 350 mm Durchmesser in Beton zu bohren ist eine Herausforderung, die häufiger vorkommt auf Baustellen. Besonders, wenn der Anwender die Bohrkrone danach mit dem Bohrkern lösen muss.

Das Arbeiten mit Schraubenschlüsseln kostet Kraft, ist zeitintensiv und Unfälle sind keine Seltenheit. Es gibt eine Lösung, den Bohrkronenanschluss PQ6. Mit ihm lässt sich die Bohrkrone ohne Werkzeug manuell demontieren und montieren. Seit kurzem fördert die BG BAU die Umrüstung finanziell.

Noch sind Hersteller von Kernbohrgeräten und deren Anwender etwas zögerlich. Obwohl das Produkt schon seit Mai 2018 verfügbar ist und Fachleute es auf Baustellen mit Erfolg getestet haben, konnte der PQ6 den Markt bislang nicht durchdringen. Die Betriebe müssen in einem ersten Schritt tatsächlich investieren, denn hier geht es um einen Systemwechsel. Das Ziel ist es, die risikoreicheren Arbeitsgeräte vollständig auszutauschen. Die Bohrgeräte mit dem neuen Anschluss sind so gut, dass die BG BAU es sich etwas kosten lässt, wenn Firmen sich entscheiden, auf den PQ6 umzurüsten.

Die Technik ist sicherer, das Verletzungsrisiko für die Mitarbeiter geringer. Der Anwender kann die Bohrkrone ohne technische Hilfsmittel per Hand leicht lösen. Arbeitet er waagerecht, kann er die Bohrkrone auf der Spindel der Maschine ablegen und hat beide Hände frei, um die Mutter zu schließen. Festgefahrene Bohrkronen gibt es mit dem PQ6 nicht mehr. Das schont den Menschen und die Maschine. Der Anschluss ist kurz gebaut, leicht und präzise im Rundlauf. Die hohen Drehmomente übertragen sich spiel- und vibrationsfrei.

Diese Eigenschaften überzeugten die Berufsgenossenschaft, sodass sie ab Mai 2020 eine Arbeitsschutzprämie auslobte mit folgendem Fördergrund: "Das Gefährdungsspektrum bei Montage und Demontage von Bohrkronen reicht von ergonomisch ungünstiger Körperhaltung sowie Abläufen bis zu Verletzungsgefahren durch abrutschendes Werkzeug oder Schürfungen sowie Quetschungen bei Arbeiten unter beengten Verhältnissen. PQ6 bewirkt eine anerkannte Reduzierung der oben genannten Gefährdungen durch werkzeuglose Montage und Demontage der Bohrköpfe."

Es spricht alles dafür, den PQ6 auf der Baustelle einzusetzen. Die beteiligten Ingenieure sind überzeugt, dass sich dieses System durchsetzen wird. Der Marktreife ging ein langer Entwicklungsprozess voraus. Die Idee dazu entstand bereits vor mehr als zehn Jahren unter den europäischen Verbänden der Betonbohr- und -sägebranche aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Auf Initiative des Fachverbands Betonbohren und -sägen Deutschland e.V. begann in Kooperation mit der Fachabteilung Baugeräte im VDMA die Entwicklungsarbeit. Dazu formierte sich ein eigener VDMA-Arbeitskreis mittelständischer Baugerätehersteller, Bohrunternehmer und Bohrkronenhersteller.

2017 stellten die Beteiligten einen ersten Prototypen öffentlich auf der Fachmesse für Bohren und Sägen BeBoSa vor. Die Markteinführung erfolgte im Jahr 2018. Von Anfang an wollten die Ingenieure, die gemeinsam den Bohrkronenanschluss entwickelten, die markante Verbesserung in der Arbeitssicherheit allen Beteiligten zugänglich machen. Sie verzichteten daher bewusst auf einzelne Patente. Stattdessen werden in Kürze alle Konstruktionsdaten im VDMA Einheitsblatt 24122 „Polygon-Bohrkronenanschluss PQ6“ veröffentlicht. Somit können alle Hersteller von Kernbohrgeräten und Bohrkronen den PQ6 patent- und lizenzfrei produzieren – ein Musterbeispiel einer Ideenschmiede und für gemeinschaftliches Forschen.

Dieser weitere Meilenstein in der Entwicklung der Technologie steht kurz bevor. Voraussichtlich wird das Einheitsblatt noch in diesem Sommer herausgegeben, nachdem die Einspruchsfrist widerspruchsfrei am 1. Juli abgelaufen war. Danach dürfte selbst der kritischste Hersteller von diesem pfiffigen Produkt überzeugt sein. „Nach jahrelanger gemeinsamer Entwicklungsarbeit sind wir froh und auch ein wenig stolz, dem Handwerk und der Industrie ein solch ausgereiftes Gerät präsentieren zu können, das maßgeblich zu mehr Arbeitssicherheit beiträgt. Dass es nun auch von der BG BAU gefördert wird, zeigt uns, dass wir alles richtig gemacht haben“, resümiert Klaus Kiefer, Vorsitzender des Fachabteilung Baugeräte im VDMA und Geschäftsführer der LISSMAC Maschinenbau GmbH.

Der Antrag auf Bezuschussung steht auf der Website der BG BAU als Download zur Verfügung.

Verzeichnis der VDMA-Einheitsblätter