Start der Corona Überbrückungshilfe

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Voraussichtlich am 8. Juli wird die Corona Überbrückungshilfe über die Förderportale beantragt werden können. Für Unternehmen, die in den letzten Monaten einen wesentlichen Einbruch in ihrer Geschäftstätigkeit verzeichnen, bleibt nur ein kurzes Zeitfenster bis Ende August für die Beantragung. Im Download steht Ihnen ein Berechnungstool für die Überbrückungshilfe zur Verfügung.

Wer erhält die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe soll branchenübergreifend kleinen und mittelständischen Unternehmen gewährt werden, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Dies wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind.

Nicht antragsberechtigt sind:

  • Selbstständige im Nebenerwerb
  • Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder Insolvenz angemeldet haben.
  • Unternehmen, die sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition in Schwierigkeiten befunden haben
  • Unternehmen, die sich für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren.

    Ein Unternehmen qualifiziert sich im Sinne dieser Vollzugshinweise für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds, wenn das Unternehmen in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt hat:

    a) mehr als 43 Mio. Euro Bilanzsumme,

    b) mehr als 50 Mio. Euro Umsatzerlöse oder

    c) mehr als 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt.

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe soll ein Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August sein. Entscheidend ist dabei der Umsatzrückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat.

Folgende Staffelung ist vorgesehen:

> 70 % Umsatzrückgang = 80 % der Fixkosten werden erstattet
50 % - 70 % Umsatzrückgang = 50 % der Fixkosten werden erstattet

40 % - 50 % Umsatzrückgang = 40 % der Fixkosten werden erstattet

Der Maximalbetrag der Überbrückungshilfe beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Dieser gilt auch für verbundene Unternehmen.

  • Einzelunternehmer sowie Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten sollen max. 9.000 EUR für drei Monate erhalten.
  • Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten sollen max. 15.000 EUR für drei Monate erhalten.
  • Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten sollen max. 150.000 EUR erhalten.

Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.

Die Überbrückungshilfe ist zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt werden.

Welche Kosten können angesetzt werden?

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß einer dezidierten Liste.

Nicht gefördert werden Lebenshaltungskosten/Unternehmerlohn, Kosten für Privaträume und Fixkosten an verbundene Unternehmen.

Wann und wie kann ich die Überbrückungshilfe beantragen?

Das Programm soll am 8. Juli starten und die Antragstellung soll bis zum 31. August 2020 möglich sein.

Vorgesehen ist ein zweistufiges Antragsverfahren, das durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden soll. Folgende Unterlagen können als Nachweis dienen:

  • Bei Antragstellung:
    Umsatzsteuervoranmeldungen 2019 sowie den Jahresabschluss 2019 und die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuererklärung 2019
  • Beim Nachweis:
    Umsatzsteuervoranmeldung aus dem Förderzeitraum und endgültige Fixkostenabrechnungen

Weitere Details finden Sie im Eckpunktepapier des Bundeskabinetts vom 12. Juni 2020.

Ein Excel-Tool entwickelt von Fa. DATEV zur individuellen Berechnung der Überbrückungshilfe hier zur Verfügung. (Bitte beachten: Makros müssen zugelassen bzw. aktiviert werden.)