Freund oder Feind? – Der Umgang mit ausländischen Investoren

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Der Maschinenbau ist in der Welt zuhause; Made in Germany genießt unverändert einen exzellenten Ruf. Deshalb wollen viele ausländische Investoren in die hiesigen Unternehmen investieren. Aber will die Industrie das auch? Oder will sie lieber geschützt werden? Der Industrie Podcast mit VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.

Der Maschinenbau in Deutschland lebt vom Export, jede vierte hierzulande produzierte Maschine ist für Kunden jenseits der Grenzen bestimmt. China und die USA sind die beiden wichtigsten Auslandsmärkte, dort genießen Maschinen „made in Germany“ einen exzellenten Ruf. Der Handelskrieg zwischen den beiden Wirtschaftsmächten und der zunehmende Protektionismus schaden daher nicht nur den Maschinenbauern, sondern allen Marktteilnehmern auf der Welt, erläutert VDMA-Präsident Carl Martin Welcker im Industrie Podcast des VDMA.

Deshalb darf Europa nicht den denselben Weg einschlagen und sich durch eine verschärfte Prüfung ausländischer Investitionen ebenfalls abschotten. „Deutschland muss sich davor hüten in eine Art Protektionismus zu verfallen, indem man Verwaltungsvorgänge gestaltet, die de facto eine Übernahme durch zu lange Prüfzeiten verhindert“, warnt Welcker.

„Uns steht es gut an, wenn viele Länder hier investieren wollen, das sichert Arbeitsplätze und schafft Investitionen.“ Umgekehrt ist aber gerade auch China gefordert, ausländische Investoren endlich gleich zu behandeln wie inländische. „In China können wir weitestgehend nicht an Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung, die wir bekämpfen müssen“, betont der VDMA-Präsident. Europa muss sich seiner Stärken besinnen, im globalen Wettbewerb mit einer Stimme sprechen – und lernen, mit anderen Systemen zurecht zu kommen. „Das Thema darf nicht heißen ,Europa first‘, sondern ,Europa gleichberechtigt‘“, resümiert Welcker.