Österreich plant weitere Unterstützungsmaßnahmen

BMF/Wenzel

Die österreichische Bundesregierung will weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Corona-betroffenen Unternehmen umsetzen. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, kündigte eine Investitionsprämie und die Möglichkeit eines Verlustrücktrags an.

Mit einer Covid-19-Investitionsprämie sollen die Unternehmen in der Wirtschaftskrise zusätzlich unterstützt werden, das entschied Österreichs Bundesregierung auf ihrer jüngsten Regierungsklausur. Eine Investitionsprämie von 14 Prozent sollte jenen Firmen gewährt werden, die in den nächsten sechs Monaten investieren. Eine Basisprämie von sieben Prozent und darauf aufbauend weitere Prämien für Investitionen etwa in Digitalisierung, Ökologisierung, Life Science oder Gesundheitswesen wurden dabei beschlossen.

Das Programm der Covid-19-Investitionsprämie startet mit 1. September 2020, Anträge können bis 28. Februar gestellt werden, heißt es in den Erläuterungen des Wirtschaftsministeriums zum Entwurf des Investitionsprämiengesetzes. Derzeit sei die Investitionsneigung zurückhaltend, so das Ministerium, dem wolle man entgegenwirken. Explizit ausgenommen sind dabei jedoch klimaschädliche Neuinvestitionen wie die Errichtung von Anlagen, die fossile Energieträger nutzen. Zuständig für die Abwicklung der Investitionsprämie ist die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (AWS).

Unterstützungsmaßnahmen sollen Investitionen fördern und Liquidität der Unternehmen stärken

Zusätzlich sollen laut Beschluss der Regierungsklausur Unternehmen mit einem Verlustrücktrag die heuer erlittenen Verluste mit den Gewinnen aus 2019 und 2018 steuerlich gegenrechnen können. Auch damit wolle man den Unternehmen unter die Arme greifen, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in einem Pressegespräch. Diese Maßnahme soll etwa zwei Milliarden Euro kosten. 

Daneben kündigte die österreichische Regierung eine degressive Abschreibemöglichkeit an. Damit werde man gleich zu Beginn bis zu 30 Prozent abschreiben können. Diese Art der Abschreibung soll bereits ab 1. Juli 2020 möglich sein und unbefristet eingeführt werden. Zudem werde die geplante Steuerreform vorgezogen und der Eingangssteuersatz in der Lohn- und Einkommenssteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Sämtliche Unterstützungsmaßnahmen sollen dabei Investitionen fördern und die Liquidität der Unternehmen stärken.

Die neu bekanntgegebenen Entlastungen der Regierung ergänzen die bereits bestehenden Hilfsprogramme für Unternehmer, wie Härtefall-Fonds, Corona-Hilfsfonds und Corona-Kurzarbeit. Das Gesamtpaket der Regierung, bestehend aus den Teilbereichen Rettung, Entlastung und Investitionen, hat nunmehr ein Gesamtvolumen von 50 Mrd Euro erreicht. 

Lesen Sie hier mehr über die Hilfsmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung für vom Coronavirus betroffene Unternehmen. 

Wirtschaftseinbruch von rund sieben Prozent für 2020 gefolgt von Wachstum

Insgesamt stößt die Coronavirus-Pandemie die Alpenrepublik heuer in einen nie da gewesenen Wirtschaftseinbruch von rund sieben Prozent sowie Rekorde bei Arbeitslosenrate und Budgetdefizit (beide jeweils rund zehn Prozent). Nächstes Jahr soll die Wirtschaft aber gut vier bis knapp sechs Prozent wachsen sowie der Konsum und die Investitionen anziehen, prognostizierten die Fachleute zweier Forschungsinstitute am 26. Juni.

Im Detail rechnen das Wirtschaftsforschungsinstitut "WIFO" und das Institut für Höhere Studien "IHS" nach noch 1,6 Prozent realem Wirtschaftswachstum 2019 heuer mit 7,0 bzw. 7,3 Prozent Abschwächung und für 2021 bereits wieder mit 4,3 bzw. 5,8 Prozent Plus. Die Arbeitslosenrate, die 2019 nach nationaler Rechnung 7,4 Prozent betrug, dürfte heuer auf 9,7 (WIFO) bis 10,2 (IHS) Prozent klettern und 2021 mit 8,9 bzw. 9,2 Prozent hoch bleiben.