Blitzumfrage: Einstellungsbedarf und Nachwuchswerbung in Zeiten von Corona

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Verändert sich der Arbeitsmarkt für den Nachwuchs durch die Pandemie? Müssen Jugendliche um ihre Chancen bangen? Der VDMA wollte es für den Maschinen- und Anlagenbau genauer wissen und hat seine Mitglieder befragt.

Corona hat uns weiterhin fest im Griff, die Auswirkungen auf Personalbeschaffung und Nachwuchsbedarf sind ungewiss. Erste Kommentatoren befürchten zunehmenden Druck auf die berufliche Ausbildung, obwohl die Bundesagentur für Arbeit im April 2020 einen Überschuss von 65.000 Ausbildungsplätzen meldete. Für maschinenbaurelevante Berufe betrug dieses Plus rund 18.800.

Um ein differenziertes Bild für den Maschinen- und Anlagenbau zu zeichnen und sich ein Bild von den Zukunftschancen der jungen Leute zu machen, hat sich der VDMA mit einer Blitzumfrage „Ausbildungsmarkt und Nachwuchsbedarf“ an seine Mitglieder gewandt. Über 600 Unternehmen nahmen daran teil. Zentrales Ergebnis: Auch in der Corona-Krise bleibt eine gute Ausbildung ein wichtiges Ziel im mittelständisch geprägten Maschinenbau. Für Hochschulabsolventinnen und -absolventen wird die Lage schwieriger. Dual Studierende sind von den Auswirkungen durch Corona am wenigsten betroffen.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) geht davon aus, dass sie künftig genauso viele gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbieten kann wie vor Corona. Die Einschätzung für kaufmännische Ausbildungsplätze liegt mit 63 Prozent nur knapp darunter. 20 Prozent gehen davon aus, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in ihrem Unternehmen abnehmen wird, 5 Prozent, dass sie ansteigen. 
  • Für duale Studienplätze in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik gilt: Annähernd die Hälfte der Befragten geht von einem gleichbleibenden Angebot im Unternehmen aus. Nur 7 Prozent befürchten, dass die Einstellungszahl sinken könnte. 9 Prozent gehen im Gegenteil sogar davon aus, dass das Angebot noch steigen wird. 
  • Schwieriger könnten die Zeiten für Hochschulabsolventen und -absolventinnen werden. Immerhin 37 Prozent der Unternehmen befürchten hier einen Rückgang der Stellenangebote. Doch auch bei dieser Frage geht die Mehrheit davon aus, dass sich die Angebotssituation durch Corona nicht verändern wird (57 Prozent). Und immerhin 6 Prozent rechnen mit einer Zunahme.
  • Bemerkbarer macht sich Corona bei den Praktika für Schüler*innen und Studierende. Jeweils in etwa ein Drittel der Befragten schätzen, dass das Angebot hier zurückgehen wird. 60 Prozent der Befragten prognostizieren: „Es bleibt wie es ist“. 
  • Auch die Kapazitäten der Unternehmen zur Betreuung von Bachelor- oder Masterarbeit sind betroffen: Rund 20 Prozent gehen von einer Abnahme des Angebots für Studierende aus. Immerhin 60 Prozent sehen dagegen keine Veränderung; rund 5 Prozent gehen gar von einer Zunahme aus.
  • Für 46 Prozent der Befragten ist Rekrutierung während Corona Krise die größte Herausforderung.  Kontaktbeschränkungen erschweren die üblichen Formate wie Tage der offenen Tür, Schulbesuche, Praktika und Bewerbungsgespräche vor Ort. Entsprechend gewinnen Online-Formate an Bedeutung.

„Der Maschinenbau ist mit rund 1,3 Millionen Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber im Land, ebenso ist die Branche führend bei den Auszubildenden in der Industrie. Und die Unternehmen wissen um ihre Verantwortung – gerade in der Ausbildung.“

Hartmut Rauen, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA

 

Zwar ist es für die Firmen aktuell eine außerordentliche Anstrengung, angesichts von Kurzarbeit in vielen Betrieben das Ausbildungsangebot hoch zu halten.

„Aber die großen technologischen Aufgaben unserer Zeit bleiben, der Investitionsbedarf in Forschung, nachhaltige Produktion und Digitalisierung ebenso. Nur mit gut ausgebildeten Menschen und deren Innovationen werden wir diese Aufgaben lösen können“, betont Rauen.

Hier finden Sie die Pressemeldung und die Ergebnisse der VDMA „Blitzumfrage Einstellungsbedarf und Nachwuchswerbung in Zeiten von Corona.“

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