Photovoltaik Produktionsmittel: Getrübte Stimmung im Photovoltaik Maschinenbau

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Bei den Solarequipment Herstellern sinkt zum Jahresabschluss der Gesamtumsatz des 4. Quartals im Vergleich zu dem Vorquartal um 4 Prozent. Der Auftragseingang bricht im 4. Quartal deutlich ein. Es herrscht getrübte Stimmung mit Blick auf das Jahr 2020.

Zum Jahresabschluss 2019 setzte sich der zwischenzeitlich positive Trend eines Umsatzplus im 3. Quartal 2019 nicht fort. Der Gesamtumsatz des 4. Quartals 2019 sank um 4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Während es zunächst so aussah, als könne der Umsatz des deutschen PV Maschinenbau endlich das Niveau des Vorjahres erreichen, verbuchten die Maschinenbauer neben einem gesunkenen Gesamtumsatz auch einen deutlichen Einbruch des Auftragseingangs. Dieser reduzierte sich im 4. Quartal 2019 um mehr als 50 Prozent. Für die PV-Maschinenbauer ist der Abschluss des Geschäftsjahres 2019 mit einem Minus von 19 Prozent enttäuschend.

Die Photovoltaik Branche ist zwar Schwankungen aus den letzten Jahren gewohnt, jedoch sieht es aufgrund der aktuellen Situation im Hinblick auf die Covid-19-Pandemie diesmal nicht aus, als könnten sich die PV-Maschinenbauer von diesem Einbruch zeitnah erholen. Die getrübte Stimmung spiegelt sich in einer Umsatzerwartung für das 1. Quartal 2020 von minus 50 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wider.

Hohe Exportquote, Asien als Hauptmarkt
Die Exportquote der deutschen PV-Maschinenbauer liegt bei einem Wert von 97 Prozent. China gilt im Exportgeschäft der PV Maschinenbauer als wichtigster Markt Asiens. Über 90 Prozent der Exporte nach Asien gehen an China.
 

Vor diesen Hintergrund führt die Covid-19-Pandemie nicht nur zu Produktionsausfällen, sondern auch zu Unterbrechungen der Lieferketten. „Die PV-Produktion ist weltweit in China konzentriert. Die große Abhängigkeit von der Volksrepublik bezüglich der Solarenergie macht sich durch die Covid-19-Pandemie besonders bemerkbar“, sagt Dr. Jutta Trube, Leiterin VDMA Photovoltaik Produktionsmittel.

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden sich in den Orderzahlen der gesamten Maschinebaubranche widerspiegeln. Aufgrund der verzahnten globalen Wertschöpfungsketten werden im PV-Bereich nicht nur chinesische Aufträge einbrechen. Sowohl fehlende Aufträge aus den USA sowie innereuropäische Aufträge führen zu deutlich getrübten Erwartungen.


Umsatzanteil mit Anlagen für die Dünnschicht Photovoltaik weiterhin sehr stark
Ein Vergleich der für 2019 aufsummierten Umsatzanteile der verschiedenen Segmente zeigt, dass Produktionsmittel für Dünnschicht mit 53 Prozent wie in Kalenderjahr 2018 das umsatzstärkste Segment darstellt, Equipment für Zellen kam bis auf 43 Prozent heran. Das letzte Quartal 2019 betrachtet, steigt der Umsatz von Produktionsmitteln für Zellen um weitere 9 Prozentpunkte auf 58 Prozent verglichen mit dem Vorquartal.

Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik Produktionsmittel sagte zur aktuellen Situation: „Die steigende Nachfrage nach deutschen Maschinen für die Solarzellenfertigung ist ein klares Indiz für die führende Rolle deutscher Technologie in diesem Wertschöpfungssegment. Die Investitionen der deutschen Bundesregierung und des deutschen Maschinenbaus in die Entwicklung fortgeschrittener Zellfertigungsprozesse von bifazialen und Hochleistungsprodukten zahlen sich aus. Dieser erfolgreiche Weg muss weiterverfolgt werden. Die offensichtliche globale Abhängigkeit von der chinesischen PV Produktion bietet auch Chancen für den deutschen Maschinenbau. Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie verzeichnet der deutsche PV Maschinenbau eine deutliche Zunahme von Anfragen zum globalen Aufbau von Solarfabriken. Lokale Fertigung, um die Abhängigkeit von China zu durchbrechen, ist ein weltweiter Trend und bietet exzellente Exportchancen für unseren PV-Maschinenbau. Deutsche Maschinen laufen stabil und sind einfacher, in Betrieb zu halten im Vergleich zu chinesischen Wettbewerbsprodukten. Auch der Aufbau einer großen Fertigungskapazität in Europa ist nun wieder in aller Munde und der VDMA wirkt kräftig mit.“

Für zusätzliche Informationen besuchen Sie die Website.

 

Haben Sie noch Fragen? Dr. Susanne Herritsch, VDMA Photovoltaik Produktionsmittel, Telefon 069 6603 1979, susanne.herritsch@vdma.org, beantwortet sie gerne.

Der VDMA vertritt rund 3300 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung, Mittelstand und beschäftigt rund vier Millionen Menschen in Europa, davon mehr als eine Million allein in Deutschland.

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