„Heizungen sind so gut wie Autos“

VDMA

Die Corona-Pandemie ist auch für den Maschinenbau eine Herausforderung. Im Interview mit der „F.A.Z.“ spricht VDMA-Präsident Carl Martin Welcker über die Lage der Unternehmen, Eigenverantwortung und Subventionen in der Krise.

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker gibt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) einen Einblick in den derzeitigen Alltag der Maschinenbauunternehmen. Welcker, Familienunternehmer in Köln, sieht den Maschinen- und Anlagenbau durch die Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen stehen. Insbesondere die Auftragslage sei bei vielen Unternehmen deutlich eingebrochen. „Einige Unternehmen zehren zwar noch von einem gewissen Auftragsbestand, die meisten aber wird es zeitversetzt ebenfalls hart treffen. Unsere Branche ist insgesamt stark betroffen“, äußert sich Welcker.

Mit Blick auf das schrittweise Wiederhochfahren sieht der VDMA-Präsident den Maschinenbau grundsätzlich gut aufgestellt: „Wir gehen davon aus, dass wir in den Werkshallen der Maschinenbauer relativ wenig Probleme haben. Die Sicherung der Gesundheit unserer Belegschaften bekommen wir mit einer Mischung aus Abstandsregeln, Masken, Desinfektion und Homeoffice gut hin, da mache ich mir derzeit die wenigsten Sorgen.“

Viel schwieriger sieht Welcker jedoch die Situation auf den wichtigen Exportmärkten des Maschinenbaus. Denn derzeit seien Lieferungen ins Ausland extrem schwierig zu organisieren und Serviceeinsätze jenseits der Grenzen mit hohen Auflagen verbunden und daher kaum möglich.

Angesprochen auf die Regelungen aus der Politik äußert sich VDMA-Präsident Welcker differenziert: „Es war richtig, wie konsequent sie [die Politik] auf eine Gefahr reagiert hat. Lieber zu vorsichtig als zu entspannt - das war als Linie vertretbar. Nun aber geraten die operativen Schritte in den Fokus, und die kann man schon hinterfragen.“

So hält Welcker ein Recht auf Homeoffice per Gesetz für völlig übertrieben, eine Notwendigkeit für eine staatliche Regelung sieht er bei diesem Thema nicht. Und auch Einzelsubventionen für ausgesuchte Branchen lehnt der VDMA-Präsident ab.

„Wir brauchen Stimuli, das ist richtig. Aber wir sollten nicht einzelne Branchen herauspicken (…).“ Der Konsument solle entscheiden, so Welcker, und dann hätten ein neuer Kühlschrank, eine neue Heizung oder neue Fenster ebenso eine Berechtigung, wie der Kauf eines neuen Autos. „Was wir vertreten muss regelkonform sein und dem Wohle aller dienen. In diesem Sinne sind Verbände keine Lobbyisten, sondern Berater der Politik.“

Das vollständige Interview lesen Sie hier.

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