Maschinenbau: Auftragseinbußen und Stornierungen

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Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie immer heftiger zu spüren. Eine fünfte Umfrage des VDMA, die von 730 Mitgliedsfirmen beantwortet wurde, zeichnet ein beklemmendes Bild.

Die Lage im Maschinenbau hat sich aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie zuletzt verschärft. Ende März berichteten bereits 84 Prozent der vom VDMA befragten Mitgliedsunternehmen von Beeinträchtigungen, inzwischen hat sich dieser Wert auf 98 Prozent (Ende Mai) erhöht. Zudem hat sich die relative Verschiebung der Probleme fortgesetzt: hin zu nachfrageseitigen Störungen, sprich: Auftragseinbußen oder Stornierungen. „Insgesamt melden 39 Prozent der Unternehmen merkliche, 44 Prozent der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. Die zuletzt angedeutete Entspannung der Lieferketten hat sich erfreulicherweise fortgesetzt. Über 80 Prozent der Unternehmen melden keine oder nur geringe Störungen“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Das Epizentrum der Störungen liegt weiterhin in Europa. Mehr als 90 Prozent der beeinträchtigten Maschinenbauer gaben nachfrageseitige Störungen aus Europa an. Auch in den USA kommt es verstärkt zu Auftragseinbußen und Stornierungen (54 Prozent).

Etwa 45 Prozent der Unternehmen erwarten für die nächsten drei Monate eine weitere Entspannung der gestörten Lieferketten. Die Entwicklung der Auftragslage sehen die meisten Befragten weiterhin kritischer – nachfrageseitig erwarten 80 Prozent, dass sich die angespannte Situation erstmal nicht entzerrt. Neben den angebots- und nachfrageseitigen Störungen und Liquiditätsengpässen gaben die Unternehmen Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen (87%) und vom Kunden verzögert oder nicht abgenommene Maschinen (65%) als ihre derzeit größten Probleme an.

"Insgesamt melden 50 Prozent der Unternehmen merkliche, 35 Prozent der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. Die Entspannung der Lieferketten hat sich erfreulicherweise fortgesetzt. Über 80 Prozent der Unternehmen melden hier keine oder nur geringe Beeinträchtigungen."

Liquiditätsengpässe in den meisten Unternehmen kein Thema
Die Liquiditätsversorgung der Unternehmen ist nahezu unverändert im Vergleich zu Ende März. Über 70 Prozent der Firmen haben keine oder nur geringe Liquiditätssorgen. Etwa ein Viertel der Unternehmen melden jedoch merkliche und 4 Prozent sogar gravierende Liquiditätsprobleme.
An der fünften VDMA-Blitzumfrage zu den Corona-Folgen beteiligten sich insgesamt 730 Firmen aus dem Maschinenbau. Der Anteil der Unternehmen, die Kapazitätsanpassungen durchführen, ist in den letzten zehn Wochen von 75 auf 82 Prozent angestiegen. „Immer mehr Unternehmen schicken Ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder denken über Personalabbau nach – auch von Teilen der Stammbelegschaft. Unternehmen, die bereits 2019 einen Umsatzrückgang verbuchen mussten, nutzen diese Instrumente zur Kapazitätsanpassung besonders häufig“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.