Maschinenbau: Auftragseinbußen und Stornierungen

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Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie immer heftiger zu spüren. Eine vierte Umfrage des VDMA, die von 724 Mitgliedsfirmen beantwortet wurde, zeichnet ein beklemmendes Bild.

Die Lage im Maschinenbau hat sich aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie zuletzt verschärft. Ende März berichteten bereits 84 Prozent der vom VDMA befragten Mitgliedsunternehmen von Beeinträchtigungen, inzwischen hat sich dieser Wert auf 91 Prozent (Anfang Mai) erhöht. Zudem hat sich die relative Verschiebung der Probleme fortgesetzt: hin zu nachfrageseitigen Störungen, sprich: Auftragseinbußen oder Stornierungen. „Insgesamt melden 50 Prozent der Unternehmen merkliche, 35 Prozent der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. In den Lieferketten deutet sich indes etwas Entspannung am Horizont an“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Das Epizentrum der Störungen liegt weiterhin in Europa. Mehr als 90 Prozent der beeinträchtigten Maschinenbauer gaben nachfrageseitige Störungen aus Europa an. Auch in den USA kommt es verstärkt zu Auftragseinbußen und Stornierungen (49 Prozent). In China scheint sich die Lage dagegen zu stabilisieren.
Ein Drittel der Unternehmen erwartet für die nächsten drei Monate eine Entspannung der gestörten Lieferketten. Die Entwicklung der Auftragslage sehen die meisten Befragten jedoch kritischer – nachfrageseitig erwarten 80 Prozent, dass sich die angespannte Situation erstmal nicht entzerrt. Neben den angebots- und nachfrageseitigen Störungen gaben die Unternehmen Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen (83%), vom Kunden verzögert oder nicht abgenommene Maschinen (62%) sowie Liquiditätsengpässe (43%) als ihre derzeit größten Probleme an.

"Insgesamt melden 50 Prozent der Unternehmen merkliche, 35 Prozent der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. In den Lieferketten deutet sich indes etwas Entspannung am Horizont an"

Große Firmen erwarten stärkere Umsatzeinbußen im Geschäftsjahr 2020
Mit Blick auf die erwarteten Umsätze hat sich die Einschätzung der Unternehmen nicht wesentlich geändert: ähnlich wie im März gehen etwa zwei Drittel der Firmen von Umsatzrückgängen zwischen 10 und 30 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Große Firmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde Euro sind etwas skeptischer hinsichtlich ihrer Umsatzeinbußen als die KMU.

An der vierten VDMA-Blitzumfrage zu den Corona-Folgen beteiligten sich insgesamt 724 Firmen aus dem Maschinenbau. Der Anteil der Unternehmen, die Kapazitätsanpassungen durchführen, ist in den letzten sechs Wochen von 75 auf 84 Prozent angestiegen. „Immer mehr Unternehmen schicken Ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder denken über Personalabbau nach – auch von Teilen der Stammbelegschaft. Produktionsstopps sind ebenfalls ein Thema. Dabei nutzen große Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Euro Jahresumsatz diese Instrumente zur Kapazitätsanpassung häufiger als mittelständische Unternehmen“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.