„Unternehmen brauchen einheitliche Regeln“

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Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie müssen künftig einheitlich umgesetzt werden. Das gilt insbesondere bei Quarantäne-Regeln für Personen, die aus beruflichen Gründen nach Deutschland einreisen. Hier muss es ein reibungsloses einheitliches europäisches Verfahren geben.

Zu den Plänen der Bundesregierung und der EU zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise erklärt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: 

„Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau trägt die bisherigen Entscheidungen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten mit. Die Unternehmen des Maschinenbaus haben in den letzten Wochen und Monaten sehr sorgfältig dafür gesorgt, dass die Produktion am Laufen bleibt. Die Produktion ist kein Ort besonderer Ansteckungsgefahren.

Es ist für uns unbedingt erforderlich, dass alle Maßnahmen künftig nicht nur einvernehmlich beschlossen, sondern auch völlig einheitlich umgesetzt werden. Leider kommt es in den einzelnen Bundesländern, teilweise sogar in den Kommunen, zu einer völlig unterschiedlichen praktischen Handhabe beschlossener Maßnahmen. Das gilt insbesondere bei Quarantäne-Regeln für Personen, die aus beruflichen Gründen nach Deutschland einreisen oder von einem Auslandseinsatz zurückkehren. Hier muss es ein reibungsloses einheitliches europäisches Verfahren geben. 

Die Unterbrechungen in den grenzüberschreitenden Lieferketten registrieren wir mit größter Sorge! Eine besondere Herausforderung ist in diesem Zusammenhang die Lage in Italien, aber auch in anderen betroffenen Ländern. Mehr Solidarität mit Europa würde dazu beitragen, auch die Funktionsfähigkeit der deutschen Wirtschaft aufrechtzuerhalten.

Wir begrüßen deshalb, dass die EU-Kommission mit dem ebenfalls heute verabschiedeten Fahrplan für eine bessere Koordinierung der Exitstrategien der EU-Mitgliedsstaaten das Heft des Handelns in die Hand nehmen will. Es ist richtig, dass die Kommission Mitgliedstaaten drängt, Grenzen zu benachbarten Mitgliedstaaten wieder zu öffnen, sobald die epidemiologische Situation der benachbarten Regionen sich angeglichen hat. Für den Binnenmarkt und vor allem für die Industrie wäre es fatal, wenn die Mitgliedstaaten jetzt intern ihre Maßnahmen lockern, aber gleichzeitig mit geschlossenen Grenzen nationale Inseln schaffen würden.“