Corona-Pandemie erreicht Arbeitsmarkt

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Nach amtlicher Statistik (vorläufige Zahlen für April) wurden im März und April ca. 750.000 Anzeigen mit 10,1 Millionen Personen erfasst und geprüft – über 395.000 Personen aus dem Maschinenbau sind betroffen.

Ende März war bereits abzusehen, dass die Corona-Pandemie durch rasant anwachsende Kurzarbeiteranzeigen im März und April den Arbeitsmarkt erschüttern wird. In der amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren die Zahlen aufgrund von Personalmangel lange Zeit untererfasst. Um den "Corona-Effekt" abzubilden, müssen die Anzeigen zur Kurzarbeit der Betriebe für März und April 2020 aufaddiert werden.

Die bereits erfassten Anzeigen zeigen, dass sich die Struktur der Kurzarbeit in der aktuellen Situation anders darstellt als 2008/2009: Besonders von Kurzarbeit betroffen waren hier das Verarbeitende Gewerbe und darunter vor allem die Metallbranche, der Maschinenbau und die Automobilbranche. In diesen Schlüsselindustrien hatten in der Krise 2008/2009 zwischen einem Viertel und einem Drittel der Beschäftigten kurzgearbeitet. Aktuell sind neben diesen Branchen auch Beschäftigte im Gastgewerbe, im Handel und im Dienstleistungssektor stark von Kurzarbeit betroffen.

Eine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme ist auf Basis dieser Anzeigen nicht möglich. Dies liegt zum einen an Erfassungslücken, zum anderen kann die tatsächliche Personenzahl auch niedriger ausfallen als in den Anzeigen angekündigt. Insgesamt rechnet die Bundesagentur für Arbeit aber damit, dass die Inanspruchnahme der Kurzarbeit gesamtwirtschaftlich betrachtet deutlich höher ausfallen wird als während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009. Ob dies auch für den Maschinenbau gilt, bleibt abzuwarten.