Die Wirtschaft muss warten

Trump lockert die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus noch nicht. Die relevanten Entscheidungen werden ohnehin von den Gouverneuren getroffen.

Präsident Trump hatte angekündigt, dass die US-Administration die Empfehlungen zur 
Eindämmung der Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 angesichts der daraus resultierenden Arbeitsplatzverluste in Millionenhöhe neu bewerten werde.

Die Empfehlungen sind darauf ausgelegt, dass die Bevölkerung nicht zur Arbeit zu fahren soll, unnötiges Reisen sowie Besuche von Restaurants und Bars zu unterlassen und Gruppen von mehr als 10 Personen zu meiden sind. Die zunächst festgelegte Dauer des Social Distancing von 15 Tagen wäre am 30. März 2020 ausgelaufen. Die Empfehlung gilt jetzt bis zum 30. April 2020. Mit dem Social Distancing geht die partielle Stilllegung der Wirtschaft einher. Nach den aktuellen Daten des US Arbeitsministeriums stiegen jüngst die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 3,28 Millionen. 

Die eigentliche Entscheidungsmacht zu einem „Shutdown“ haben allerdings die Gouverneure der US-Bundesstaaten. Laut Medienangaben haben nunmehr 26 US-Bundesstaaten, 66 Landkreise und 14 Städte wenigstens 229 Millionen Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Dazu gehört auch Washington D.C. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich lokaler und staatlicher Vorgaben und Richtlinien, die eine Vielzahl von Begriffen verwenden, z. B. „stay at home“, „shelter in place“ oder „safer at home“.

Den Anfang hat der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien am 19. März 2020 gemacht. In diesem leben knapp 40 Mio. Einwohner. Wäre Kalifornien ein eigenes Land, wäre es eine der Top-Wirtschaftsmächte der Welt. Der westliche US-Bundesstaat generierte 2018 ein Bruttoinlandsprodukt in Höhe von knapp 3 Bio. US Dollar. Damit läge Kalifornien weltweit auf Platz fünf – hinter den USA, China, Japan sowie Deutschland und noch vor dem Vereinigten Königreich. Im US-weiten Vergleich folgen weit abgeschlagen die Bundesstaaten Texas (1,8 Bio.) und New York (1,7 Bio).

Inlandsreisen zwischen den US Bundesstaaten sind derzeit nicht eingeschränkt. Die jüngsten Erwägungen der US-Administration für die besonders von der Infektion betroffenen Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut eine Reisebeschränkung auszusprechen wurden nicht umgesetzt.

Die US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat jedoch am 28. März 2020 eine Empfehlung ausgesprochen, dass Einwohner der genannten US-Bundesstaaten von Inlandsreisen Abstand nehmen sollen, sofern es sich nicht um „essentielle“ Reisen handele. Die Gouverneure der Bundesstaaten können diese Inlandsreiseempfehlung nach freiem Ermessen umsetzen.

 
Hinweis: Das Robert-Koch-Institut hat die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington, New York und New Jersey als Risikogebiete eingestuft. Von nicht erforderlichen Reisen in die Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York rät das Auswärtige Amt aktuell ab. Eine Reisewarnung wurde nicht ausgesprochen. 

 

Weitere Informationen

Die New York Times veröffentlicht zu „stay-at-home orders“ online eine interaktive Übersichtskarte, die regelmäßig aktualisiert wird. Ebenso veröffentlicht CNN online regelmäßig aktualisierte Informationen.

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu den USA

Robert-Koch-Institut / COVID-19 Internationale Risikogebiete

CDC Issues Domestic Travel Advisory for New York, New Jersey, and Connecticut