Corona - Italiens Wirtschaft in Krisenzeiten

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Rom stellt 25 Milliarden Euro für die vom Coronavirus wirtschaftlich am schwersten Betroffenen bereit.

Die Zahl der Infizierten in Italien erreichte am 21. März rund 47.000. Inklusive Geheilter und Verstorbener zählt das Land damit über 51.000 Fälle. Mit mehr als 4.000 Toten übertrifft das Land mittlerweile China.

Die Regierung unterstützt die am schwersten betroffenen Unternehmen und Arbeitnehmer mit insgesamt 25 Milliarden Euro. Damit soll in erster Linie das wirtschaftliche Überleben der besonders bedrohten kleineren und mittleren Unternehmen, ihrer Angestellten sowie der Freiberufler gesichert werden.

Im Rahmen des Pakets der italienischen Regierung sind bis Ende Mai Steuern und Sozialabgaben ausgesetzt. Kleine und mittelständische Unternehmen haben kostenlosen Zugang zu einem Garantiefonds, um auch ohne weitere Sicherheiten Kredite zu erhalten. Die staatliche Förderbank CDP stellt günstige Kredite für die Aufrechterhaltung der Liquidität bereit. Auch Arbeitnehmer kleiner Firmen haben Zugang zu Lohnersatzleistungen.

Sonderzuschüsse gehen an Freiberufler, Saisonarbeiter, Handwerker und Beschäftigte, die an ihrem Arbeitsplatz physisch unabkömmlich sind. Die Unternehmen erhalten Steuergutschriften für Ausgaben, um Betriebsräume gesundheitlich sicher zu gestalten. Es gibt Babysitter-Gutscheine und Entschädigungen für Kunden insolventer Banken.

Viele Branchen stark betroffen

Am schwersten von der Krise betroffen sind der Tourismus, die Gastronomie, die Reiseveranstalter sowie Freiberufler und kleine Einzelhändler. Auch in der Logistikbranche und im Transportwesen ist die Lage schwierig, zumal in der besonders stark betroffenen Provinz Lodi das wichtigste Logistikzentrum der Lombardei angesiedelt ist. Sie ist unter anderem ein zentrales Distributionszentrum für frische Lebensmittel, Pharmazeutika (Eurodifarm) und Reinigungsmittel (Unilever).

In Italien ist der Hafen Genua wieder geöffnet. Beim Straßentransport kann es wegen Gesundheitschecks an den Grenzen zu Verzögerungen kommen. Deutschen Unternehmen wird geraten, zuerst die Empfangsbereitschaft italienischer Kunden zu überprüfen, bevor Waren versendet werden.

Betriebe klagen über Lieferprobleme

Laut einer Umfrage des Industriedachverbands Confindustria meldet die chemische und pharmazeutische Industrie starke Coronafolgen, unter anderem beim Bezug von Vorprodukten.

Die Lebensmittelindustrie hatte 2019 fast als einziger Industriebereich ein Produktionswachstum erreicht. Nun sieht der Branchenverband Federalimentare die Lage wesentlich kritischer. Zwar garantieren die Nahrungsmittel- und Fleischerzeuger weiter essenzielle Lieferungen, solange keine Infektionsfälle auftreten, produzieren aber eingeschränkt. Sorge bereiten ihnen wahrscheinliche Exportausfälle.

In der schon vor Ausbruch der Coronakrise schwächelnden Bauwirtschaft soll die Förderung für energieeffiziente und umweltgerechte Sanierungen erneut verstärkt werden. Auch die Steuergutschriften für Industrie 4.0-Ausrüstung wird nicht nur um ein Jahr, sondern um drei Jahre verlängert.

Quelle: gtai

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