BIM und AR - Hand in Hand im Straßenbau

Shuterstock

Gemeinden stehen öfters vor dem Problem, dass nicht immer genau bekannt ist, wo genau die unterschiedlichen Leitungen unter den Straßen verbaut sind. Zwar existieren Baupläne, allerdings kann nicht garantiert werden, dass sich bei den Einbauarbeiten daran gehalten wurde oder ob die Pläne richtig interpretiert wurden. Bei Bau- und Reparaturprojekten kann das dazu führen, dass die Bauunternehmen aus Versehen Leitungen treffen und es zu unnötigen Schäden kommt.

Das Schweizer Ingenieurbüro Basler & Hofmann, das unter anderem für mehrere Gemeinden die Geoinformationssysteme (GIS) verwaltet, hat zwei Projekte in Kooperation mit dem Start-Up V-Labs GmbH durchgeführt, die praktikable Lösungen mittels Augmented Reality (AR) bieten.

Durch das Vorhandensein der GIS-Daten einer Gemeinde waren Basler & Hofmann in der Lage, diese Daten in das Sichtfeld einer Microsoft Hololens einzuspielen. Bei einer Begehung konnten die Verantwortlichen so die Leitungen in ihrem Blickfeld sehen, ohne hierfür die Papierpläne dabei haben zu müssen. Sollten die GIS-Daten keine Höheninformationen enthalten, berechneten Algorithmen die realistische geodätische Höhe. Durch die integrierten GPS-Sensoren und den Gyroskopen passte sich das Bild automatisch der Position und der Blickrichtung an. Die Genauigkeit der angezeigten Leitungen lag hierbei bei 10 cm.

Diese Lösung ist jedoch nur hilfreich, wenn in der Bauphase genau gearbeitet wurde. Im zweiten Projekt von Basler & Hofmann wurde eine Eigenheimstraße in Küsnacht (ZH) betrachtet, die das Unternehmen im Jahr zuvor als eines der ersten BIM-Tiefbauprojekte plante. Während der Bauphase wurden die fertiggestellten Schritte direkt in das digitale Modell eingepflegt und es war möglich, direkt mit Hilfe einer AR-Brille zu sehen, ob es Abweichungen von Soll zu Ist gab. So konnten diese Fehler direkt in der Bauphase behoben werden und mussten nicht nachträglich saniert werden.

Die Hersteller von Armaturen können für Projekte dieser Art einen wertvollen Beitrag leisten. Durch das zu Verfügung stellen von digitalen Produktdaten können diese direkt in das GIS eingepflegt werden und über die AR-Brille aufgerufen werden. Die einfachste Möglichkeit wäre hierbei ein digitales Typenschild, damit die Planer sehen können, welche Bauteile verbaut wurden. Die Ziele von BIM-Projekten gehen jedoch noch weiter und möchten ein Objekt über den gesamten Lebenszyklus betrachten. Dies umschließt unter anderem auch die Nutzungsphase eines Objekts. Sind Armaturen in der Lage zu kommunizieren, können sie ihre Live-Daten in das Blickfeld der Nutzer einblenden und Hinweise geben, falls es Abweichungen von der Norm gibt. Auf diese Weise können Schäden frühzeitig erkannt werden und es kommt zu weniger Schäden.

QUELLE: https://www.baublatt.ch/baupraxis/strassenbau-augmented-reality-laesst-tief-blicken

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