Bausektor in den Philippinen boomt

Shutterstock

Die Bauwirtschaft erreicht seit 2012 die höchste Dynamik aller Wirtschaftssektoren in den Philippinen. Der Trend wird anhalten, und auch deutsche Firmen sehen steigende Absatzchancen.

Die Baubranche in den Philippinen weist seit 2012 im Durchschnitt ein Wachstum von real 11 Prozent pro Jahr auf. Dieses liegt damit deutlich über der schon ansehnlichen Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts von rund 6 Prozent pro Jahr. Auch 2019 setzt sich die Erfolgsgeschichte nahtlos fort. Im ersten Quartal zogen die Bauaktivitäten auf dem Archipel um 10,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode an.

Von den insgesamt realisierten 39.672 Bauprojekten entfielen 69,2 Prozent auf Wohngebäude. Dieses Segment wies ein Wachstum von 8,5 Prozent im Jahresvergleich auf, was vor allem auf einen starken Anstieg bei freistehenden Wohnhäusern zurückzuführen war. Gewerbebauprojekte zogen um 15,4 Prozent im Vergleich mit derselben Vorjahresperiode an, Erweiterungsbauten sogar um 22,2 Prozent.

Die Bauwirtschaft in den Philippinen setzte 2018 rund 44 Milliarden US-Dollar (US$) um. Davon entfielen 31,1 Milliarden US$ auf private Bauvorhaben und 12,9 Milliarden US$ auf öffentliche Projekte. Bis 2030 soll den offiziellen Planungen zufolge der jährliche Gesamtumsatz auf etwa 410 Milliarden US$ fast verzehnfacht werden. Davon geht die Regierung in ihrer "Philippine Construction Industry Roadmap 2020-2030" aus.

Wachsende Mittelschicht kurbelt privaten Wohnungsbau an

Der private Bausektor weist derzeit eine hohe Dynamik in sämtlichen Bereichen auf, etwa bei Wohnimmobilien, Einkaufszentren, Büroraum oder Hotels. Und auch die zukünftige Nachfrage wird anhaltend hoch sein. Die Regierung schätzt den jährlichen Bedarf allein an neuen Wohnungen bis 2022 auf 290.000 Einheiten. Von 2023 bis 2030 wird eine zusätzliche Nachfrage von insgesamt 2,4 Millionen Einheiten erwartet.

Die Bevölkerung in den Philippinen ist jung und wächst. Gleichzeitig schwillt die Mittelschicht an, angekurbelt vom boomenden Business-Process-Outsourcing-Sektor (BPO). Landeskenner gehen davon aus, dass diese konsumfreudige Bevölkerungsgruppe um 200.000 bis 300.000 Personen pro Jahr zulegt. Dies wirkt sich positiv auf die Kaufkraft und damit auf den privaten Immobilienbau aus und lässt die Zahl der Shopping Malls weiter ansteigen.

Die zunehmende Verstädterung stellt einen weiteren Schubfaktor für den lokalen Bausektor dar. Der Urbanisierungsgrad in den Philippinen stieg nach Angaben der Welthandelsorganisation von 2010 bis 2018 von 45 auf 47 Prozent und soll künftig an Dynamik zunehmen. Bis 2050 wird mit einer Urbanisierungsquote von 84 Prozent gerechnet.

Verbraucherstimmung in den Philippinen hellt sich auf

Im zweiten Halbjahr 2019 steigt auch die Stimmung unter den Verbrauchern wieder, was sich ebenfalls positiv auf die Nachfrage nach Immobilien auswirken dürfte. Der Verbraucherindex CI (Overall Confidence Index) der Zentralbank erreichte im dritten Quartal 2019 einen Wert von 4,6 und damit den höchsten seit fast zwei Jahren.

Deutsche Firmen sehen gute Chancen im Markt

Für deutsche Anbieter spricht noch immer das Gütesiegel "Made in Germany", aber die zunehmende Konkurrenz durch günstige chinesische Erzeugnisse bereitet der Branche Sorgen. Auch japanische Konkurrenz ist stark im Markt positioniert. Als Verkaufsargument vor allem bei hochwertigen Vorhaben können Anwendungen mit Bezug zum Trendthema Digitalisierung dienen.

Immer wichtiger werdende Sicherheitsaspekte, und Standards erfordern hochqualitative Produkte etwa im Bereich Erdbeben- oder Brandschutz, die vor allem bei neuen und anspruchsvollen Bauprojekten zum Einsatz kommen. Grundsätzlich ist der Markt für hochwertige oder Luxuserzeugnisse durchaus attraktiv, da Schätzungen zufolge rund eine Million Philippiner als sehr wohlhabend gelten.

Das Segment Heimwerkermärkte expandiert nach Aussage von lokalen Experten stark. Als Kunden für deutsche Firmen kommen im Regelfall die großen lokalen Entwicklungsgesellschaften infrage.

Quelle: gtai

.