VDMA: Hochschule Würzburg-Schweinfurt ist „Bestes Maschinenhaus 2019“

goenzcom berlin | Konstantin Gastmann

In Mainfranken steht das beste deutsche „Maschinenhaus“: Die Fakultät Maschinenbau der Hochschule Würzburg-Schweinfurt hat den vierten VDMA-Hochschulpreis gewonnen. Insgesamt wurden 125.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.

Die Fakultät Maschinenbau der Hochschule Würzburg-Schweinfurt ist Gewinner des VDMA-Hochschulpreises „Bestes Maschinenhaus 2019“. Bei einer Rekordzahl von 38 eingegangenen Bewerbungen für den VDMA-Hoch-schulpreis 2019 setzte sich Würzburg somit gegen 37 Mitbewerber durch. Im diesjährigen Wettbewerb waren geplante oder im Aufbau befindliche Konzepte gefragt, die innovativ mit den Anforderungen von Industrie 4.0 umgehen und Studieninhalte, Lehr- und Lernformate neu orientieren und weiterentwickeln.

„Mit der Digitalisierung von Produktion, Produkten und Dienstleistungen verändern sich die Anforderungen an die zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieure dramatisch“, erläuterte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, auf der feierlichen Preisverleihung in Berlin. Daher sei es essenziell für die Hochschulen, ihre Lehre fit für Industrie 4.0 zu machen.

Siegerkonzept setzt auf Kompetenzerwerb und Eigenverantwortung
Das didaktische Konzept „c-factory“ der Siegerhochschule hat den Nerv der 21-köpfigen Jury voll getroffen. Die „c-factory“ ist eine Modellfabrik, die den Fokus auf Kompetenzerwerb und Eigenverantwortung der Lernenden legt. Die Studierenden arbeiten in einer realistischen Industrieumgebung und bilden den Lebenszyklus eines technischen Produkts physisch und digital ab. Somit lernen sie die Dimensionen von Industrie 4.0 in der praktischen Arbeit kennen und erwerben die dafür notwendigen Kompetenzen. Besonders positiv bewertete die Jury die Bereitschaft der Lehrenden, sich einem völlig neuen didaktischen Ansatz zu öffnen und damit die bisherige Lehre zu hinterfragen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und vernetztes Denken sind gefragt
Ins Finale des Wettbewerbs hatten es noch drei weitere Hochschulen geschafft. Die Hochschule Bochum mit ihrem Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau konnte mit der Lernfabrik „BO Smart Factory“ punkten –insbesondere aufgrund der interdisziplinären Zusammenarbeit der Studiengänge Mechatronik, Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik, Nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftsingenieurwesen. Mit dem Projekt „Entwicklung und Konstruktion eines nachhaltigen Frischkäseautomaten“ gelang es der Hochschule Kempten mit drei Fakultäten – Maschinenbau, Informatik und Betriebswirtschaft –, die Jury zu überzeugen. Hauptargumente hierfür waren die Praxisnähe sowie die Möglichkeit zum vernetzten und agilen Arbeiten. Die Fakultät für Maschinenwesen der TU München zählt ebenfalls zu den Finalisten. Mit der „Projektbasierten Demonstrator-Anlage“ möchte die Fakultät die Lernergebnisse hinsichtlich Industrie 4.0 besser systematisch und übergreifend vernetzen. Studierende können Maschinen-Subsysteme in Teilaufgaben selbst konstruieren und so das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen am konkreten Beispiel erleben.

Feierliche Preisverleihung in Berlin

Die vier Finalisten wurden bei einer feierlichen Preisverleihung vor rund 100 Gästen aus Unternehmen, Wissenschaft sowie Politik und Gesellschaft in Berlin ausgezeichnet. Durch die Preisgelder sollen die eingereichten Lehrkonzepte weiter ausgebaut, implementiert und verbreitet werden, sodass eine nachhaltige Verankerung in der Hochschule ermöglicht wird.

Hochschulpreis ist Teil der VDMA-Initiative „Maschinenhaus“
Der VDMA-Hochschulpreis ist mit 125.000 Euro die höchstdotierte Auszeichnung für die ingenieurwissenschaftliche Hochschullehre in Deutschland. Er wendet sich an Fakultäten und Fachbereiche der Fächer Maschinenbau, Elektrotechnik und erstmals auch der Informatik. Über 65.000 Euro kann sich die Siegerhochschule freuen – die restlichen Finalisten erhalten jeweils 20.000 Euro. Insgesamt hatten sich 38 Hochschulen am Wettbewerb beteiligt. „Unser Preis ist eine exklusive Wertschätzung für herausragende Leistungen in der Hochschullehre“, hielt Hartmut Rauen fest. „Als größte Industriebranche Deutschlands ist es Teil unserer Verantwortung, für eine bessere Ingenieurinnen- und Ingenieurausbildung aktiv zu sein. Daher habe der Verband bereits im Jahr 2013 seine Initiative „Maschinenhaus – Plattform für innovative Lehre“ ins Leben gerufen.

Der Hochschulpreis ist wichtiger Baustein der VDMA-Initiative „Maschinenhaus“, die Fakultäten und Fachbereiche des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Informatik dabei unterstützt, die Lehre zu verbessern und mehr Studienerfolg zu erreichen. Sie versteht sich dabei als „Plattform für innovative Lehre“, die Akteure aus Hochschulen, Politik und Unternehmen miteinander vernetzt.

Weitere Information über die Gewinner finden Sie unter http://bildung.vdma.org/hochschulpreis. Fotos von der Preisverleihung und Kontakte zu Vertretern der ausgezeichneten Hochschulen stellt Ihnen Michael Patrick Zeiner, Projektleiter der Maschinenhaus-Initiative, Telefon 069 6603 1160, michael.zeiner@vdma.org, gerne zur Verfügung.

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