„Kritik am Mercosur-Abkommen ist Symbolpolitik“

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Das Mercosur-Abkommen würde es der EU ermöglichen, politischen Druck auf den brasilianischen Präsidenten aufzubauen. Denn auch Brasilien hat ein ganz erhebliches Interesse am Freihandel.

Das Europäische Parlament hat in der gestrigen Debatte intensiv über Brasilien und das Mercosur-Abkommen diskutiert. Dazu sagt Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung:

„Das Mercosur-Abkommen würde es der EU ermöglichen, politischen Druck auf den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro aufzubauen. Neben Europa hat schließlich auch Brasilien ein ganz erhebliches Interesse am Freihandel. Es ist besser, auf Basis eines Handelsabkommens im Dialog zu bleiben, als das Land sich selbst zu überlassen oder in eine Partnerschaft mit China zu drängen. Je schneller das Abkommen umgesetzt wird, desto schneller kann die EU auf Basis des Vertrags offiziell Konsultation mit Brasilien zum Thema Nachhaltigkeit beantragen.

"Je schneller das Abkommen umgesetzt wird, desto schneller kann die EU auf Basis des Vertrags offiziell Konsultation mit Brasilien zum Thema Nachhaltigkeit beantragen."

Die EU und der Mercosur haben 20 Jahre gebraucht, um eine gemeinsame Basis für eine strategische Partnerschaft zu finden. Von den Europaabgeordneten darf man vor diesem Hintergrund etwas mehr Weitsicht erwarten beim Umgang mit den Mercosur-Staaten. Denn das Abkommen wird auch dann noch Wirkung zeigen, wenn der brasilianische Präsident Bolsonaro schon lange nicht mehr im Amt ist. Eine Ablehnung des Mercosur-Vertrags wäre reine Symbolpolitik. Kein Baum wird in Brasilien gerettet, wenn das Abkommen nicht ratifiziert wird.“