15 Monate Handelskonflikt: Was die Zahlen sagen

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Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft ist im zweiten Quartal auf 6,2 Prozent gefallen – die niedrigste Rate seit 1992. Es ist wahrscheinlich, dass das Wachstum auch im dritten und vierten Quartal 2019 und darüber hinaus weiter fallen wird. Schuld ist aber nicht nur der Handelskonflikt.

Betrachtet man den Handel, so sind die gesamten chinesischen Exporte in die USA um 12,3 Prozent oder 30,8 Milliarden US-Dollar in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Doch die chinesischen Exporte in den Rest der Welt sind gewachsen, sodass die gesamten Exporte Chinas (in US-Dollar) noch ein kleines Plus von 0,6 Prozent verzeichneten. Mit Hilfe der Erschließung neuer Märkte war China somit in der Lage, die Exportverluste in die USA zu kompensieren.

 

Doch trifft das auch auf den Maschinenbau zu?

 

Bereits drei Monate nach Einführung der ersten Zölle ist der bilaterale Maschinenhandel zwischen den USA und China rückläufig. In der ersten Jahreshälfte 2019 sind die amerikanischen Maschinenimporte aus China um mehr als 20 Prozent oder 11,8 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken; die amerikanischen Maschinenexporte nach China hingegen sind um mehr als 11 Prozent oder rund 0,7 Milliarden US-Dollar geschrumpft.

 

 

Keine Trendumkehr bei chinesischen Maschinenexporten

 

Ebenfalls gesunken sind die chinesischen Maschinenexporte in die Welt, und zwar um 1,7 Prozent oder 3,5 Milliarden US-Dollar zwischen Januar und Juni 2019 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Damit konnten die chinesischen Maschinenexporteure nicht im gleichen Maße Warenströme umlenken wie das übrige chinesische Exportgewerbe, denn die gesamten Warenexporte konnten um 0,6 Prozent zulegen.

In naher Zukunft ist mit keiner Trendumkehr bei den chinesischen Maschinenexporten zu rechnen. Ein guter Frühindikator für die chinesischen Exportentwicklungen der nächsten Monate ist der PMI Exportindex. Dieser stagniert und liegt deutlich unter der Expansionsschwelle von 50-Prozentpunkten.

 

 

Weltweite Wachstumsschwäche dämpft Nachfrage nach Vorleistungs- und Investitionsgütern

Und auch die chinesischen Maschinenimporte aus der Welt konnten ihr Vorjahresniveau nicht halten. Hier schlägt ein Minus von 3,5 Prozent oder 6,9 Milliarden US-Dollar zu Buche. Grund dafür ist nicht nur der Handelskonflikt – und die dadurch ausgelöste Verunsicherung bei den Unternehmern, die wiederum Investitionen zurückhalten – sondern auch ein zyklischer Abschwung in der chinesischen Industrie. Denn nicht nur Maschinen „Made in USA“ weisen ein geringeres Exportvolumen nach China aus, sondern auch viele Maschinen aus dem Rest der Welt.

Hinzu kommt eine weltweite Wachstumsschwäche, die die Nachfrage nach chinesischen Produkten sinken lässt. Ein Rückgang der chinesischen Exporte dämpft automatisch die chinesische Nachfrage nach Vorleistungsgütern und bestimmten Investitionsgütern, und das schadet wiederum jeder anderen Wirtschaft, die diese Güter nach China verkauft.