Saarländischer Maschinenbau mit Umsatzverlusten, die Beschäftigungssituation bleibt gut

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Die Auftragseingänge der Maschinenbaubetriebe im Saarland schwanken nach wie vor heftig, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vorjahr.

Insgesamt sind die Bestellungen rückläufig (siehe Grafik). Bis Mai 2019 wurden Rückgänge um 2,4 Prozent verbucht, was vor allem an den Inlandsaufträgen lag (Tabelle 1). Bis April 2019 war die Bilanz bei den Auslandsaufträgen noch positiv. Im Mai änderte sich auch hier die Bestellsituation, so dass auch bei den Auslandsordern ein Rückgang um knapp 1 Prozent resultiert. Damit sind die Rückgänge aber nicht so stark, wie im deutschen Maschinenbau insgesamt, wo sie sich nahe 9 Prozent bewegen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 mussten die saarländischen Maschinenbaubetriebe darüber hinaus leichte Umsatzverluste von 2,2 Prozent hinnehmen. Während der Inlandsumsatz nur um
0,4 Prozent sank und der Umsatz mit der Eurozone sogar um deutliche 8,5 Prozent anstieg, sank er mit dem sonstigen Ausland zweistellig um 12,9 Prozent. Die um 4 Prozent rückläufigen Inlandsaufträge lassen für das nächste Halbjahr sinkende Inlandsumsätze erwarten.

Zu negativen Beschäftigungseffekten hat der Umsatzrückgang bisher nicht geführt, bis Mai 2019 sind die Beschäftigtenzahlen in den saarländischen Maschinenbaubetrieben sogar weiter leicht um 0,4 Prozent gestiegen (siehe Tabelle 2). 

Nach den Anfang Juli 2019 veröffentlichten Ergebnissen der Bundesagentur für Arbeit zur Beschäftigten- und Betriebsstruktur konnten die Maschinenbaubetriebe im Saarland ihre Beschäftigung zum Stichtag 31.12.2018 sogar um 2,9 Prozent ausbauen (siehe 3. Tabelle). Im gesamten deutschen Maschinenbau gelang das mit 3,1 Prozent nur geringfügig stärker. Besonders hervorzuheben ist, dass 94,6 Prozent aller saarländischen Maschinenbaubetriebe weniger als 250 Beschäftigte haben. Ihr Beschäftigtenanteil an der Gesamtbeschäftigung beträgt 33,7 Prozent. Im deutschen Maschinenbau insgesamt fallen 94,1 Prozent der Betriebe mit einem Beschäftigtenanteil von immerhin 43,6 Prozent in diese Gruppe. Das unterstreicht deutlich die mittelständische Maschinenbaustruktur.

Den höchsten Beschäftigtenanteil hat im saarländischen Maschinenbau mit 49,3 Prozent die größte Betriebsgrößenklasse mit 500 und mehr Beschäftigten. Dieser Anteil ist im gesamten deutschen Maschinenbau mit 38,3 Prozent deutlich geringer. Großbetriebe spielen also im saarländischen Maschinenbau eine bedeutsame Rolle. 

Der Beschäftigtenanteil des saarländischen Maschinenbaus am gesamten deutschen Maschinenbau beträgt 1,4 Prozent, der Anteil bei den Betrieben beträgt 1,3 Prozent.

Haben Sie noch Fragen? Dr. Nora Lauterbach, Konjunkturexpertin im VDMA, Landesverband Mitte, Telefon +49 69 6603 1267, Nora.Lauterbach@vdma.org beantwortet sie gern.

 

 

Hintergrund: Die Bundesagentur für Arbeit erfasst laufend die Pflichtmeldungen der Betriebe zu den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Vollerhebungen) und veröffentlicht vierteljährlich mit einem knappen halben Jahr Zeitverzögerung diese Ergebnisse, weil die Pflichtmeldungen erst vollständig erfasst und ausgewertet werden müssen. Diese Daten sind besonders wertvoll, weil aus ihnen die Betriebsstruktur, d.h. die Beschäftigten- und Größenklassenaufteilung der Maschinenbaubetriebe analysiert werden kann. 


Der VDMA vertritt mehr als 3200 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 232 Milliarden Euro (2018) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.

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