Kreislaufwirtschaft als Chance für Europa – und die Industrie

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Umweltpolitik und wirtschaftlicher Wohlstand sind keine Gegensätze. Allerdings darf Produktregulierung die Unternehmen nicht überlasten.

Maschinenbauer bemerken den Einfluss der Europäischen Union besonders dann, wenn Regulierung unmittelbar das eigene Produkt betrifft. Vor allem ihre ambitionierten Ziele in der Umweltpolitik versucht die EU über Vorgaben an die Gestaltung von Produkten zu verwirklichen. Für den europäischen Maschinenbau können sich daraus neue Marktchancen ergeben. Allerdings bedeutet neue Produktregulierung  zunächst auch Mehrkosten für den Hersteller. Deswegen mahnt der VDMA, dass die konkrete Umsetzung der EU-Umweltpolitik vom Markt getrieben und in Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie erfolgen muss.

Eine große Vision der EU lautet, eine Wirtschaft ohne ungenutzten Müll zu schaffen. In der  Kreislaufwirtschaft sollen sämtliche Abfälle recycelt und als Ressource neu genutzt werden. Diese Idee beschäftigt alle Industrien, auch den Maschinenbau, weil mit der Kreislaufwirtschaft konkrete Produktanforderungen einhergehen. Elektronische Displays beispielsweise müssen verschraubt statt verklebt, Rohstoffe wie seltene Erden müssen deklariert werden. Aus Sicht des VDMA muss sich die EU nach der Wahl verstärkt dafür einsetzen, dass gerade mittelständische Unternehmen durch solche Vorgaben nicht überfordert werden. Auch sollte sichergestellt sein, dass Regulierung in der EU global anschlussfähig ist, um europäischen Herstellen Marktchancen im Ausland zu ermöglichen.

"Konkrete Umsetzung von EU-Umweltpolitik muss vom Markt getrieben werden und in Zusammenarbeit mit der Industrie erfolgen"

Der VDMA argumentiert seit langem, dass Umweltschutz und wirtschaftlicher Wohlstand kein Widerspruch sind – sofern gesetzliche Vorgaben nicht den Raum für Innovationen und die Marktfähigkeit von Produkten einschränken. Bestes Beispiel ist der Maschinenbau, der als Ausrüster aller anderen Industrien eine Schlüsselrolle einnimmt in der Umsetzung einer nachhaltigen Produktion. So hat die Branche in Deutschland knapp 27 Milliarden Euro allein mit Umweltschutzgütern und -leistungen umgesetzt (2016). Die Zahl zeigt auch, dass Unternehmen die Entwicklung von effizienten Technologien längst als Chance begriffen haben – sofern die Politik auf Anreize statt auf zu viel Detailregulierung setzt.

Um eine Umweltpolitik mit Augenmaß in Europa zu gewährleisten, ist eine handlungsfähige EU wichtig. Deswegen wirbt der VDMA mit der Initiative „Go Vote“ in der breiten Öffentlichkeit und vor allem bei den Mitarbeitern aus dem Maschinenbau dafür, an der Europawahl teilzunehmen. Alle Informationen zu „Go Vote“ finden Sie unter diesem Link.