„Europa muss im Welthandel mit einer Stimme sprechen“

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Nur in einer handlungsfähigen Europäischen Union kann der deutsche und europäische Maschinenbau langfristig im globalen Wettbewerb bestehen. Umso wichtiger ist es, das Europäische Parlament bei den bevorstehenden Europawahlen mit einer breiten Legitimation zu stärken: "Go Vote - Maschinenbau wählt Europa".

„Immer mehr Staaten wollen sich durch Protektionismus und andere Barrieren im Welthandel Vorteile verschaffen. Bereits heute unterliegen rund ein Drittel der Exporte unserer Industrie mehr oder weniger intensiven Exportbeschränkungen. Europa muss hier das Gegengewicht sein und sich für freien und fairen Wettbewerb einsetzen“, fordert Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Das ist gerade für die exportorientierte mittelständische Industrie entscheidend.“ Mit Blick auf die Europawahl am 23. bis 26. Mai hat der VDMA daher die Initiative „Go Vote!“ gestartet, die Bürger zur Teilnahme an der Wahl aufruft und damit zu einer möglichst breiten Legitimation des Europäischen Parlaments beitragen soll.

„Mögliche Strafzölle der USA oder unfairer Wettbewerb durch staatlich geförderte Unternehmen aus China gefährden den Wohlstand in Europa."

„Die mühsamen Freihandelsverhandlungen der vergangenen Jahre und die zahlreichen aktuellen Handelskonflikte haben gezeigt, dass Europa in Handelsfragen mit einer Stimme sprechen muss“, sagt Brodtmann. Einzelne Mitgliedsstaaten, auch Deutschland, sind zu klein, um ihre handelspolitischen Interessen weltweit im Alleingang durchzusetzen. „Mögliche Strafzölle der USA oder unfairer Wettbewerb durch staatlich geförderte Unternehmen aus China gefährden den Wohlstand in Europa. Die Menschen sind auch in Zukunft darauf angewiesen, dass die EU solchen Praktiken etwas entgegensetzen kann“, betont der VDMA-Hauptgeschäftsführer. Nachdem die EU in der vergangenen Legislatur wichtige Freihandelsabkommen beispielsweise mit Kanada und Japan abschließen konnte, hofft der Maschinenbau für die Zukunft auf neue Impulse im Freihandel mit den USA.

Der Maschinenbau ist in erheblichem Maße von freiem Handel und offenen Märkten abhängig. Im vergangenen Jahr betrug die Exportquote dieser Industrie in Deutschland fast 80 Prozent, wobei wertmäßig knapp die Hälfte aller Exporte (83,9 Milliarden Euro von 177,8 Milliarden Euro) in Mitgliedstaaten der Europäischen Union gingen. Die beiden mit Abstand größten Auslandsmärkte des deutschen Maschinenbaus liegen allerdings außerhalb der EU. Auf Platz 1 stehen die USA (Exportvolumen von 19,2 Milliarden Euro) vor China (19,1 Milliarden Euro).

Um mitzuhelfen, Europas Platz in einer globalisierten Welt zu sichern, hat der VDMA die Initiative „Go Vote – Maschinenbau wählt Europa“ ins Leben gerufen. Damit ruft der Verband vor allem seine Mitgliedsunternehmen und deren Belegschaften auf, sich an der Europawahl im Mai zu beteiligen. „Wir sollten die Zukunft Europas nicht einer Minderheit wählender Bürgerinnen und Bürgern überlassen“, sagt Brodtmann mit Blick auf die europaweite Wahlbeteiligung von 42,6 Prozent bei der Europawahl 2014. Mehr zu „Go Vote“ finden Sie unter diesem Link.