Thüringer Maschinenbau setzte 2018 Wachstumskurs mit Rekordwerten fort

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Neuer Umsatzrekord und die höchste Beschäftigtenzahl seit Mitte der 1990er-Jahre. Der Thüringer Maschinen- und Anlagenbau hat den Schwung des Vorjahres auf 2018 übertragen.

  • Kräftiges Umsatzplus und erneut mehr Beschäftigte
  • Verband erwartet 2019 geringeres Wachstum, aber keine Krise


Leipzig, 27. März 2019 – Die Maschinen- und Anlagenbauer aus Thüringen haben 2018 ihren Wachstumskurs ungebremst fortgesetzt. Gut gefüllte Auftragsbücher führten zu neuen Höchstwerten in Umsatz, Auslandsgeschäft und Beschäftigung. Das geht aus den veröffentlichten Daten des Thüringer Landesamtes für Statistik für Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern hervor.

Demnach verkauften die 95 Betriebe Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von reichlich 3,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2017 steigerten sie ihren Gesamtumsatz um 10,2 Prozent beziehungsweise zirka 291 Millionen Euro. Damit sind Thüringens Maschinenbauer im ostdeutschen Ranking auf Position zwei gesprungen. Am umsatzstärksten war Sachsen (8,12 Milliarden Euro), auf Rang drei folgt Sachsen-Anhalt (2,49 Milliarden Euro).

"Die Unternehmen haben ihren Schwung aus dem Vorjahr mitgenommen. Dass der Rekordwert von 2017 nun trotz der vielen globalen Unsicherheiten und Handelsturbulenzen noch einmal übertroffen wurde, spricht für die Innovationskraft, Produkt- und Dienstleistungsqualität der Industrie", sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbandes Ost.


Exporte mit beträchtlichem Plus

Ausschlaggebend für die Umsatzsteigerung war, dass die Unternehmen das Geschäft mit ausländischen Kunden um 12,5 Prozent beziehungsweise 159 Millionen Euro auf mehr als 1,4 Milliarden Euro ausgebaut haben. Dadurch erhöhte sich zugleich der Exportanteil auf fast 46 Prozent. 48 Prozent der Waren, die ins Ausland geliefert wurden, gingen in Länder der Europäischen Union.

Die Exportquote entwickelt sich seit der Jahrtausendwende in kleinen Schritten voran, bleibt aber weiter deutlich unter der des gesamtdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus von 79 Prozent. "Hier spielen die kleineren Betriebsgrößen eine Rolle, welche die Auslandsaktivitäten erschweren. Außerdem ist in der Region die Zulieferstruktur stark ausgeprägt, so dass viele Unternehmen eher indirekt am Export beteiligt sind", erklärt der Landesverbands-Geschäftsführer. Im Ranking aller ostdeutschen Bundesländer und Berlin rangieren die Thüringer Betriebe an vierter Stelle.


Beschäftigtenzahl kratzt an 16.000er-Marke

Klar nach oben zeigte die Beschäftigungskurve. In den Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern arbeiteten im Jahr 2018 durchschnittlich 15.870 Menschen – ein Zuwachs von 2,6 Prozent beziehungsweise etwa 400 Beschäftigten gegenüber 2017. Mehr Menschen fanden zuletzt Mitte der 1990er-Jahre ihre berufliche Heimat im Maschinen- und Anlagenbau.

"Es ist erfreulich, dass die Unternehmen ihre Belegschaften weiter aufbauen. Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass trotzdem viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden", bekräftigt Pätz. Neben Materialengpässen gehört der Arbeitskräfte­mangel derzeit zu den größten Produktionshindernissen.


2019 verlangsamt sich Wachstum

Der Verband erwartet, dass sich 2019 das Tempo der Weltwirtschaft verlangsamen wird. Für zusätzliche Unsicherheit sorgen die internationalen Handelsstreitigkeiten, die Hängepartie rund um den Brexit und die Verschuldungskrise Italiens. "Doch auch wenn die Konjunktur dieses Jahr an Kraft verliert, bedeutet das noch keine Krise. Der Wachstumskurs wird nur nicht mehr so steil verlaufen", betont Pätz.

Ein geringeres Wachstum sei zudem mit der Chance verbunden, in neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen und in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. An Thüringens Politik appelliert er darüber hinaus, auch im Wahljahr weiter an Zukunftskonzepten für Themen wie Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung und Bildung zu arbeiten.

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