Maschinenbauer aus Mecklenburg-Vorpommern haben 2018 Schwung des Vorjahres verloren

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Das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommerns hat die Daten für den Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2018 veröffentlicht. Demnach erzielten die Unternehmen ein solides Ergebnis.

  • Sondereffekte führen zu Umsatzrückgang
  • Erneut mehr Beschäftigte
  • Verband rechnet für 2019 mit positiver Entwicklung

 

Leipzig, 06. März 2019 – Die Maschinen- und Anlagenbauer aus Mecklenburg-Vorpommern blicken auf ein solides Jahr 2018 zurück. Die außergewöhnlich hohen Umsatz- und Exportzahlen aus 2017 konnten sie jedoch nicht wiederholen. Das geht aus den veröffentlichten Daten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern für Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern hervor.

Demnach verkauften die 32 Betriebe Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von knapp 2,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gesamt­umsatz um ein Drittel beziehungsweise etwa 1 Milliarde Euro. "Das ist auf den ersten Blick ein erschreckender Einbruch. Allerdings hatten 2017 mehrere Großaufträge für ausländische Kunden zu Sondereffekten geführt. Solche Aufträge werden nicht jedes Jahr vergeben. Damit relativieren sich die Zahlen", erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbandes Ost. Statt­dessen wurde in etwa das Umsatzniveau der Jahre 2015 und 2016 erreicht.


Exporte rückläufig

Entscheidend für den Rückgang war das Auslandsgeschäft, welches im ähnlichen Maße fiel wie der Gesamtumsatz. Die Unternehmen verzeichneten ein Minus von 39,2 Prozent beziehungsweise fast 700 Millionen Euro auf zirka 1,06 Milliarden Euro. Damit exportierten die Betriebe 2018 knapp jedes zweite Produkt (48,7 Prozent) – im Vorjahr lieferten sie 54 Prozent ihrer Waren ins Ausland.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Exportquote von einem Jahr zum anderen in dieser Höhe schwankt", hat Pätz beobachtet. Hervorgerufen werden diese Schwankungen beispielsweise durch vorgezogene oder verzögerte Investitions­entscheidungen, Marktverschiebungen und Sondereffekte wie Großaufträge.

Allerdings liegt die Exportquote deutlich unter der des gesamtdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus von 79 Prozent. "Hier spielen unter anderem die kleineren Betriebsgrößen eine Rolle, welche die Auslandsaktivitäten erschweren. Außerdem ist in der Region die Zulieferstruktur stark ausgeprägt, so dass viele Unternehmen eher indirekt am Export beteiligt sind", erklärt der Landesverbands-Geschäftsführer. Im Ranking aller ostdeutschen Bundesländer nehmen die Betriebe Mecklenburg-Vorpommerns Platz drei ein – hinter Berlin und Sachsen.


Beschäftigung überspringt 6.000er-Grenze

Erneut nach oben zeigte die Beschäftigungskurve. In den Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern arbeiteten im Jahr 2018 durchschnittlich 6.063 Menschen – ein Plus von 2,3 Prozent beziehungsweise etwa 140 Beschäftigten gegenüber 2017.

"Es ist erfreulich, dass die Unternehmen ihre Belegschaften weiter aufbauen. Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass trotzdem viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden", bekräftigt Pätz. Neben Materialengpässen gehört der Arbeitskräfte­mangel derzeit zu den größten Produktionshindernissen.


Zuversicht für 2019

Die Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus in Mecklenburg-Vorpommern haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre Kompetenzen erweitert, sich auf Zukunftsbranchen wie erneuerbare Energien, Biotechnologie, Mikrosystem- und Medizintechnik fokussiert und sich international etabliert. Daher erwartet der Verband, dass die Branche trotz aller Unwägbarkeiten in diesem Jahr mindestens das 2018er-Ergebnis wiederholen wird.

"Wenn sie weiterhin neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle entwickeln, alternative Märkte erschließen und die eigenen Prozesse verbessern, können sie auch den globalen Unsicherheiten trotzen", ist Pätz überzeugt. Zu diesen gehören die internationalen Handelsstreitigkeiten, die verhärteten Fronten rund um den EU-Austritt Großbritanniens, die Marktentwicklung in China und den USA sowie die Verschuldungskrise Italiens.

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