„Aachener Vertrag muss mehr sein als Symbolpolitik“

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Deutschland und Frankreich wollen politisch enger zusammenarbeiten. Ein erster Schritt dazu wäre aus Sicht des VDMA, die Entsendung von Mitarbeitern zu vereinfachen.

Nach dem Brexit werden Deutschland und Frankreich die beiden größten Volkswirtschaften der EU sein – allerdings hat gerade in den letzten Jahren maßlose Bürokratie den freien Austausch von Gütern und Dienstleistungen zwischen beiden Ländern zunehmend behindert. So ist die Entsendung von Mitarbeitern von Deutschland nach Frankreich derzeit mit unverhältnismäßigem Aufwand für Unternehmen verbunden. „Der Aachener Vertrag muss mehr sein als Symbolpolitik“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Eine bürokratiefreie Entsendung von Mitarbeitern wäre ein Beweis, dass es Deutschland und Frankreich ernst meinen mit engerer Zusammenarbeit.“

Die Entsendung von Mitarbeitern ist trotz des Europäischen Binnenmarktes in der EU nicht einheitlich geregelt. Einen vorrübergehenden Arbeitseinsatz in Frankreich muss ein deutscher Unternehmer am Vortag bei den französischen Behörden anmelden. Der Mitarbeiter muss dann Dokumente wie den übersetzten Arbeitsvertrag mit sich führen. Zudem verlangen die französischen Behörden eine Kontaktperson in Frankreich. Vor allem für mittelständische Unternehmen bedeutet der bürokratische Aufwand eine deutliche Beschränkung beim Handel mit Gütern und Dienstleistungen nach Frankreich.

"Eine Vereinfachung der Meldepflichten bei der Entsendung würde die Unternehmen spürbar entlasten"

„Eine Vereinfachung der Meldepflichten bei der Entsendung würde die Unternehmen spürbar entlasten. Deutschland und Frankreich sollten sich daher für einheitliche Regeln im gesamten EU-Binnenmarkt einsetzen“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Brodtmann. Allein auf den deutschen Maschinenbau entfallen im Jahr rund 200.000 Entsendungen in die ganze EU. Der VDMA schätzt, dass Unternehmen dabei Bürokratiekosten von mindestens 51 Millionen Euro im Jahr entstehen.