Maschinenbau zeigt Europaabgeordnetem Dennis Radtke praktische Auswirkungen der Entsenderichtlinie

VDMA

Die teilweise sehr weitgehenden Anforderungen bei der Entsendung von Mitarbeitern in das EU-Ausland machen es für deutsche Maschinenbauunternehmen immer schwieriger, den EU-Binnenmarkt effizient zu nutzen.

Die teilweise sehr weitgehenden Anforderungen bei der Entsendung von Mitarbeitern in das EU-Ausland machen es für deutsche Maschinenbauunternehmen immer schwieriger, den EU-Binnenmarkt effizient zu nutzen. Dies war die Hauptbotschaft, die der Europaabgeordnete Dennis Radtke (CDU) bei seinem Besuch des VDMA-Mitglieds LT Gasetechnik in Dortmund mitnahm. „Bei fast jedem Exportauftrag müssen wir unsere Spezialisten in die Länder unserer Kunden schicken. In Europa wird dies durch die teilweisen absurden bürokratischen Anforderungen für die Entsendung immer schwieriger und führt zu unverhältnismäßigen Kosten.“ erläutert Alexander Hanf, Geschäftsführer von LT Gasetechnik.

Der von Alexander Hanf geführte Hersteller von komplexen gasetechnischen Anlagen für industrielle Anwendungen steht exemplarisch für viele Maschinenbauer. „Der Ärger über die teilweise absurde Bürokratie bei der Entsendung von Mitarbeitern ins europäische Ausland ist groß in der Branche und viele Unternehmen fragen sich, warum die EU gegen diese Hürden in einem europäischen Binnenmarkt nicht vorgeht,“ sagt Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office.

Die zur Vermeidung von Sozialdumping erlassene Entsenderichtlinie wird in ihrer Anwendung durch die EU-Mitgliedstaaten kontrolliert. Hierzu wurden in vielen Ländern sehr restriktive und bürokratisch Anmelde- und Registrierungsverfahren geschaffen und zwar nicht nur für Wirtschaftsbereiche, in denen Sozialdumping regelmäßig vorkommt, sondern auch für Hochlohnsektoren, wie den Maschinenbau. Alexander Hanf, Geschäftsführer der Firma LT Gasetechnik aus Dortmund, blieb nicht untätig. Er schilderte die praktischen Schwierigkeiten bei der Entsendung von Mitarbeitern in andere europäische Länder entsendet dem Europaabgeordneten Dennis Radtke (CDU) in einem Brief und lud ihn in sein Unternehmen ein. Radtke nahm die Einladung an und besuchte LT Gasetechnik am 28.09.2018. Er machte sich vor Ort ein Bild von den Problemen, mit denen ein kleines aber global agierendes Unternehmen aus dem Maschinenbau konfrontiert wird. Der CDU-Politiker, der grundsätzlich hinter der Entsenderichtlinie steht, war überrascht, zu welchen bürokratischen Auswüchsen die Richtline in einigen EU-Ländern geführt hat und versprach eine entsprechende parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission zu stellen.