Maschinenbau wirbt bei Europaministerin Puttrich für Bürokratieabbau im Handel

Römheld

Der Besuch der Hessischen Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) beim Spanntechnik- Spezialisten Römheld stand im Zeichen europäischer Exporthürden für Mittelständler.

Im Welthandel wachsen Unsicherheit und Protektionismus – doch auch innerhalb Europas behindern Handelsbarrieren die Unternehmen beim Export. Um diese Probleme zu lösen, braucht es den Dialog zwischen Politik und Industrie. Der Besuch der Hessischen Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) beim Spanntechnik- Spezialisten Römheld in Laubach stand daher auch im Zeichen europäischer Exporthürden für Mittelständler wie die Entsenderichtlinie oder der anstehende Brexit. „Es ist wichtig, dass Politiker vor Ort erleben, wie sich ihre Entscheidungen konkret in den Unternehmen auswirken“, sagt Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office.

Die Gefahr neuer Handelsschranken sieht Puttrich auch durch den EU-Austritt Großbritanniens im März 2019. Diese würden sich besonders auf den sehr stark exportorientierten Maschinenbau auswirken. „Auch mittelständische Unternehmen wie die Römheld Gruppe sind auf dem britischen Markt vertreten“, sagt Puttrich. Ein Brexit ohne Zollunion werde in jedem Fall Folgen haben und könne höhere Preise bedeuten. Auch zu diesem Thema will die Ministerin den Dialog mit der Industrie aufrechterhalten: „Die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft werden maßgeblich durch die Europäische Union bestimmt. Deshalb ist dieser Austausch so wichtig.“

Gegenüber der Ministerin sprach Römheld-Geschäftsführer Rudolf Rackerseder vor allem die Bürokratie bei der Entsendung von Mitarbeitern ins EU-Ausland an. „Wenn ein Kunde ein Problem mit einer Maschine hat, müssen wir sofort einen Techniker schicken. Das ist aber praktisch unmöglich, wenn wir etwa bei einer Entsendung nach Frankreich bereits zwei Tage vor Einreise eine Meldung bei den französischen Behörden machen müssen“, sagt Rackerseder. Handlungsbedarf bei der Entsendung erkannte auch die Europaministerin Puttrich, und sagte mit Blick speziell auf die Anforderungen in Frankreich: „Mit anderen EU-Ländern klappt es offenbar besser. Hier müssen wir am Ball bleiben.“

"Die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft werden maßgeblich durch die EU. Deshalb ist ein Austausch so wichtig"