VDMA: Vom Funkloch zum Industrieloch?

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Durch 5G-Netze entsteht ein gigantisches Innovationspotenzial für Deutschland, wovon insbesondere auch der deutsche Mittelstand profitieren wird, zur Sicherung von Wohlstand und Beschäftigung. Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Industrie in Deutschland.

„Nur mit 5G können die Chancen der Digitalisierung genutzt werden und unsere Industrie international wettbewerbsfähig bleiben. Ohne 5G droht uns nach den vielen Funklöchern in Deutschland ein noch schlimmeres Industrieloch, das wäre fatal“, äußert sich Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Allein der deutsche Maschinenbau beschäftigt direkt 1,35 Millionen Erwerbstätige und ist als größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland Rückgrat der Industrie.

Lokale Vergabe von Funkfrequenzen

Der VDMA fordert daher eine verlässliche Lösung und keine Abhängigkeiten der deutschen Industrie von den drei Netzbetreibern. Auch heute leiden schon Unternehmen darunter, dass ihnen kein adäquater Breitbandzugang zugänglich gemacht wird und Deutschland beim Breitbandausbau international im Hintertreffen liegt.

Ohne 5G droht uns nach den vielen Funklöchern in Deutschland ein noch schlimmeres Industrieloch

Aus diesem Grund müssen die Unternehmen in die Lage versetzt werden, eigene lokale 5G Netzwerke an ihren Produktionsstandorten betreiben zu können. Zur Durchführung werden hier Partner aus der Telekommunikationsbranche eine wichtige Rolle spielen. Diese wollen sich die Unternehmen aber im Wettbewerb aussuchen können und nicht an einen Monopolisten gebunden sein, der im Besitz der benötigten Frequenzen ist. 

Nur so können Unternehmen den Zeitpunkt des Netzausbaus und die Qualität des Netzes selbst bestimmen sowie Betriebs- und Datensicherheit gewährleisten.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau unterstützt daher ausdrücklich die Entscheidung der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur vom 14. Mai 2018 einer Vergabe lokaler und regionaler Funkfrequenzen im 3,7-3,8 GHz-Band auf Antrag durch die Bundesnetzagentur.

Verschiedene Anforderungen

Für die Produktion, die Echtzeitkommunikation und Übertragung von großen Datenvolumen von Maschine zu Maschine werden Bänder in diesem hohen Frequenzbereich benötigt, die allerdings je eine Basisstation für einen Radius von ca. einem Kilometer benötigen. Für andere Anwendungen in der Fläche – z.B. in der Landwirtschaft, aber auch im Verkehr – bieten sich auch niedrigere Frequenzbänder an. Eine solche differenzierte Vorgehensweise schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich im Sinne der Wettbewerbsfähig des Standorts Deutschland.