Britische Pläne sind ein erster Schritt – aber es braucht die Zollunion

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VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann nimmt Stellung zu der von Theresa May vorgelegten gemeinsamen Position für den Brexit.

Zu der von Theresa May vorgelegten gemeinsamen Position für den Brexit sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann:

„Mit dem von der britischen Premierministerin Theresa May bekanntgegebenen Plan einer ,Freihandelszone‘ hat Großbritannien endlich konkrete Vorstellungen für die zukünftige Zusammenarbeit mit der EU im Handelsbereich vorgelegt. Vor allem die Verpflichtung der Briten, EU-Gesetzgebung für Industrieprodukte zu übernehmen, ist ein wichtiger Schritt, um zukünftige Handelshemmnisse im Maschinenbau zu verhindern. 

Die Verpflichtung der Briten, EU-Gesetzgebung für Industrieprodukte zu übernehmen, ist ein wichtiger Schritt.

Außerdem begrüßen wir, dass demnach auch in Zukunft Waren im bilateralen Handel zollfrei bleiben sollen und die britische Regierung die EU-Regelungen und EU-Standards übernehmen will. Erforderlich dafür ist eine Zollunion zwischen beiden Wirtschaftspartnern, was der britische Plan aber nicht vorsieht. Es ist zolltechnisch nicht praktikabel, gleichzeitig einen freien Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien sicherzustellen und – wie von Großbritannien gewünscht – eigene Freihandelsabkommen mit Drittstaaten abzuschließen. 

Die von der britischen Seite dafür vorgeschlagene Erhebung unterschiedlicher Zölle bei Importen aus Drittländern wäre sehr bürokratisch und würde dem Zollbetrug Tür und Tor öffnen. Dass dies keine Theorie ist, zeigt die aktuelle Forderung der EU an Großbritannien von insgesamt fast 5 Milliarden Euro wegen eines groß angelegten Zollbetrugs mit Waren aus China. Deshalb würde dieser Plan ein von der EU zu Recht abgelehntes ,Rosinenpicken‘ bedeuten“.