VDMA Bayern: Fachkräftemangel und Protektionismus bedrohen konjunkturellen Aufschwung

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Unternehmen rechnen mit weiterhin guter Auftragslage -- Erfolg getragen durch Wachstum der Exporte -- Politische Zusagen zum Bürokratieabbau bleiben ohne Wirkung

München, 4. Juli 2018 – Die Maschinenbauer in Bayern sind zwar mit viel Schwung im laufenden Jahr unterwegs, „Zunehmender Protektionismus in wichtigen Weltmärkten sowie der Fachkräftemangel drohen den konjunkturellen Aufschwung aber zu dämpfen,“ sagte Claudia Haimer, Vorsitzende des Vorstandes des VDMA Bayern auf der Jahrespressekonferenz in München. Im vergangenen Jahr legten die Umsätze der Maschinenbau-Industrie in Bayern um 5 Prozent auf 52,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Auch bei den Auftragseingängen erzielten die Unternehmen ein Plus von 2 Prozent. Die Beschäftigtenzahl erreicht mit nunmehr 227.235 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen einen neuen Rekordstand. Die Auftragseingänge im bayerischen Maschinenbau verliefen in der ersten Hälfte 2018 mit einem Wachstum von 5 Prozent ebenfalls sehr positiv. Rund 70 Prozent der Unternehmen erwarten auch für die nächsten sechs Monate eine sehr gute bis gute Auftragslage, laut einer aktuellen Umfrage des VDMA Bayern. „Entsprechend optimistisch schauen wir auf dieses und nächstes Jahr,“ resümierte Haimer.

 

Fachkräftemangel droht Engpassfaktor zu werden

Jedoch droht der Mangel an Facharbeiten und Ingenieuren zunehmend zum Engpassfaktor zu werden. „Mit überwältigender Mehrheit von 62 Prozent sehen unsere Mitgliedsunternehmen laut Umfrage den Fachkräftemangel als Hindernis für weiteres Wachstum,“ betonte die Vorstandsvorsitzende des VDMA Bayern.  

 

Exporte treiben Wachstum

Die Exporte aus dem bayerischen Maschinen- und Anlagenbau legten 2017 um 13 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Stark zeigte sich China mit einem Plus von 29 Prozent. Die Exporte in die USA wurden 2017 um 20 Prozent erhöht.

 

Die Ausfuhren in die EU-Partnerländer des bayerischen Maschinenbaus legten 2017 um 10 Prozent zu. Einzig die Lieferungen nach Großbritannien waren rückläufig. „Noch ist nicht klar, wie die Beziehungen ab März 2019 mit dem Vereinigten Königreich aussehen werden. Wir erwarten aufgrund des anstehenden Brexits aber auch in diesem Jahr weitere Rückgänge,“ sagte Haimer. Dagegen waren 2017 erstmals seit einigen Jahren die Exporte nach Russland mit plus 22 Prozent wieder deutlich positiv. Von Optimismus ist die Industrie aber weiterhin weit entfernt, solange die Sanktionen weiterhin bestehen.

 

Trotz guter Exportergebnisse wird der weltweite Handel von steigendem Protektionismus bedroht. Ein Handelskonflikt mit den USA wäre in seinen Auswirkungen speziell auf den Maschinenbau derzeit nicht abschätzbar. Wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf sieht der VDMA Bayern daher besonders im Bereich der Außenwirtschaftspolitik. „Die Politik muss unsere Unternehmen hierbei unterstützen. Als Exportbranche mit einer Quote von 66 Prozent am Auslandsumsatz sind wir auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen. Unsere Forderung an die Politik in Bayern, Berlin und Brüssel ist ganz klar: Verteidigt den regelbasierten freien Handel,“ bekräftigte Haimer.

 

Bürokratie abbauen!

Gleichzeitig muss in Bayern und Berlin der Bürokratieabbau ganz besonders vorangetrieben werden. „Die bayerische Staatsregierung hat sich klar zur one-in-one-out Regel bekannt und im März 2018 sogar einen „Beauftragten für Bürokratieabbau“ abgestellt. Das ist der richtige Weg, nun müssen die Ergebnisse aber auch bei den Unternehmen ankommen,“ forderte Haimer. „Dies ist derzeit noch nicht spürbar, aktuelle Beispiele wie die Datenschutz-Grundverordnung oder die anstehende Erhöhung des Mindestlohnes bewirken eher das Gegenteil,“ sagte die Unternehmerin.

 

Haben Sie noch Fragen? Elgar Straub, Geschäftsführer VDMA Bayern,

Telefon 0172/6743975, beantwortet sie gerne.

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