VDMA Metallurgy - Hütten- und Walzwerkeinrichtungen - globales Wachstum sorgt 2017 für Rückenwind

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Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Branche der Hütten- und Walzwerkeinrichter im Fachverband Metallurgy weisen für das vergangene Jahr ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Bereich (plus 12 Prozent) aus und auch bei den Auftragseingängen hat sich im zweiten Halbjahr 2017 wieder ein leichter Aufwärtstrend eingestellt (plus 3 Prozent). Dieser fiel im Großanlagenbau deutlich höher aus*. Das Produktionsvolumen in Deutschland lag allerdings mit einem Gesamtwert von knapp über 1,5 Milliarden Euro um rund 5 Prozent unter dem Vorjahr.

Branche erwartet 2018 Umsatzzuwachs von durchschnittlich bis zu 7 Prozent
Vor dem Hintergrund steigender Öl- und Rohstoffpreise sowie der 2017 weltweit um über 5 Prozent gestiegenen Produktion von Rohstahl, zeugen auch die Ergebnisse der Branchen-Konjunkturumfrage von vorsichtigem Optimismus für das laufende Jahr. Die Bilanz könnte am Jahresende 2018 im Branchendurchschnitt einen Umsatzzuwachs von bis zu 7 Prozent ausweisen. Die Entwicklung der Auftragslage wird mit einem erwarteten Plus von 3 Prozent über das Jahr 2018 recht verhalten beurteilt.

Exporte aus Deutschland wachsen 2017 um 26 Prozent bei rückläufigem Welthandel
Die Exporte der 5 großen Lieferländer der Branche – China, Italien, Deutschland, Japan und USA – sind 2017 insgesamt um knapp 6 Prozent geschrumpft. Dies liegt – nach Schätzungen des Fachverbandes – geringfügig über der ebenfalls leicht rückläufigen Entwicklung des Welthandels** (ca. minus 4 Prozent). Deutschland hatte dabei, im Gegensatz zu den anderen großen Exportländern, ein starkes Ausfuhrwachstum zu verzeichnen (plus 26 Prozent) und blieb nach Italien und China mit einem Volumen im Wert von 662 Mio. Euro*** drittgrößter Exporteur weltweit. China wies 2017 mit einem zum Vorjahr leicht angestiegenen Wert von 984 Mio. Euro (plus 2 Prozent) das größte Liefervolumen aus, gefolgt von Italien. Nach Auslaufen von Sondereffekten im Branchenhandel mit Algerien gingen die italienischen Ausfuhren um knapp 30 Prozent zurück (691 Mio. Euro).

Exporte aus Deutschland in viele Abnehmermärkte 2017 im Aufwind
2017 konnte die deutsche Branche der Hütten- und Walzwerkausrüster ihren Lieferumfang in eine Reihe wichtiger Märkte steigern. Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Lieferungen nach China, dem größten Abnehmermarkt, wertmäßig um 25 Prozent. Weitere Steigerungen konnten auf europäischen Märkten – so mit einem Lieferumfang von rund 55 Mio. Euro nach Belgien und Spanien – erzielt werden. Insgesamt legte das Handelsvolumen in die EU28 im vergangenen Jahr um 57 Prozent zu. Auch die Türkei (plus 266 Prozent) und Indien (plus 160 Prozent) nahmen Ausrüstungen in höherem Umfang als noch im Vorjahr ab.

Während auch für den Handel mit den Regionen Nordafrika und Naher und Mittlerer Osten 2017 positive Bilanz gezogen werden konnte, lagen die Lieferungen nach Nordamerika unter Vorjahresniveau. Insbesondere in die USA gingen die Ausfuhren um 30 Prozent zurück. Die USA waren damit dennoch viertgrößter Abnehmer von Hütten- und Walzwerkeinrichtungen aus Deutschland.

Leichter Aufwärtstrend verstetigt sich
Die ‚Erwartungen hinsichtlich des Exportgeschäfts in den nächsten 3 Monaten‘ der ifo-Meldergruppe ‚Hersteller von Hütten- und Walzwerksanlagen‘ fallen nach längerer Seitwärtsbewegung im Vorjahr nunmehr wieder positiv aus – wie auch der Trend bei der Beurteilung der Wettbewerbsposition auf Nichteuro-Märkten. Die Teilnehmer der Branchen-Konjunkturumfrage sehen 2018 weiteres Marktpotenzial in China und Russland und darüber hinaus auch auf anderen asiatischen Märkten wie Indien oder Vietnam. Gestiegen sind im ersten Vierteljahr 2018 die deutschen Exporte nach China, in die USA und nach Indien, sowie in einige europäische Abnehmerländer wie u.a. die Schweiz, Österreich und Polen.

„Bei weiter steigendem Wettbewerbsdruck in einem noch komplexer gewordenen geopolitischen Umfeld müssen sich die Hersteller von Hütten- und Walzwerkeinrichtungen den Herausforderungen dynamischer denn je anpassen. Dabei kommt ihnen ihre technologische Innovationsstärke zugute. Einerseits sind die Aussichten für das Neuanlagengeschäft immer noch verhalten, andererseits nutzen Kunden nunmehr intensiver die Kompetenzen des deutschen Metallurgie-Anlagenbaus, um Effizienzgewinne zu erzielen, datengetriebene Prozessverbesserungen voranzutreiben oder digitale Geschäftsmodelle zu realisieren“, kommentiert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Metallurgy die Situation.


*Vgl. Lagebericht der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA 2017/2018

**Schätzung, da weltweite Exportdaten 2017 noch nicht vollständig vorliegen.

***Wert enthält keine Gesamtanlagen