Brücken bauen, wo andere sich abschotten

Screenshot Hannover Messe

Freier Handel und globaler Warenaustausch sind die Basis für einen breiten und wachsenden gesellschaftlichen Wohlstand. Das gilt für Europa ebenso wie für Mexiko, dem Gastland der diesjährigen Hannover Messe. Durch den Bau von Mauern verliere dagegen jeder, betonte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker in seiner Eröffnungsrede der weltgrößten Industrieschau.

Mexiko will in die Liga der wichtigsten Industrienationen vordringen, Deutschland will seine Position als führende Nation in der digitalen und vernetzten Wertschöpfung ausbauen. Beide Länder setzen dazu auf den globalen Freihandel, der jedoch immer mehr durch Abschottungsmaßnahmen wichtiger Handelspartner bedroht wird. „Sei es, wie die USA, durch Zölle, Quoten oder gar Mauern. Oder sei es, wie China, durch virtuelle Mauern, die eine Industriegesellschaft dort treffen, wo sie am empfindlichsten ist: beim Informationsfluss“, warnte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker in seiner Eröffnungsrede der Hannover Messe 2018. Beim Mauerbau verliere jeder, gleichgültig ob rechts oder links der Mauer. Daher laute der politische Auftrag: „Bauen wir Brücken, wo andere sich abschotten!“, betonte Welcker. „Sei es mit klugen Abkommen zu freiem Warenaustausch, sei es mit einer Offensive für echten digitalen Freihandel.“

Es hätte im Jahr 2018 kein besseres Partnerland für die wichtigste internationale Industriemesse geben können als Mexiko.

Der VDMA-Präsident lobte Mexiko und dessen Präsidenten Enrique Pena Nieto für die erfolgreichen Maßnahmen zur Öffnung der heimischen Wirtschaft. „Es hätte im Jahr 2018 kein besseres Partnerland für die wichtigste internationale Industriemesse geben können als Mexiko“, betonte Welcker. 

Von der Bundesregierung forderte der VDMA-Präsident im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen echten Abbau bürokratischer Hürden im Mittelstand. Nötig wären zum Beispiel praxistaugliche Visa-Regelungen zur Qualifikation ausländischer Fachkräfte oder eindeutige Verantwortlichkeiten in Zollverfahren. „Es ist eine schier endlose Liste bürokratischer Hürden, die jedes Jahr wächst, statt abzunehmen“, mahnte Welcker. Der industrielle Mittelstand brauche – auch als Träger von Industrie 4.0 – mehr Freiheiten. „Denn es sind die vielen Unternehmen aus dem industriellen Mittelstand gerade hier in Deutschland, die aus Konzepten, Ideen und Technologien tragfähige und erfolgreiche Geschäftsmodelle machen“, bilanzierte der VDMA-Präsident.