Maschinenbauer aus Mecklenburg-Vorpommern erzielen 2017 Rekordumsatz

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Das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommerns hat die Daten für den Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach haben sehr gut gefüllte Auftragsbücher zu einem Rekordjahr geführt.

  • Hohe Steigerung bei Gesamtumsatz und Auslandsumsatz
  • Verband erwartet 2018 weiteren Aufwärtstrend
  • Fachkräfteengpass als Wachstumsbremse


Sehr gut gefüllte Auftragsbücher haben 2017 zu einem Rekordjahr im Maschinen- und Anlagenbau von Mecklenburg-Vorpommern geführt. Im Vergleich zum Vorjahr kletterten Umsatz, Exportanteil und Beschäftigtenzahl. Das geht aus den veröffentlichten Daten des Statistischen Amtes hervor.

Demnach verkauften die 29 Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von mehr als 3,2 Milliarden Euro. "Sie steigerten ihren Umsatz um stattliche 35 Prozent beziehungsweise etwa 846 Millionen Euro gegenüber 2016, als der bisherige Höchstwert erzielt wurde", sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Innerhalb Ostdeutschlands haben sich die Maschinenbauer aus Mecklenburg-Vorpommern damit auf die zweite Position vorgeschoben. Am umsatzstärksten war Sachsen mit 7,8 Milliarden Euro.

Hervorzuheben ist der Pro-Kopf-Umsatz. Dieser war in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und betrug 2017 etwa 546.000 Euro. Der Wert ist der höchste im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer und Berlin und liegt zudem deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.


Exporte gesteigert – aber weiterhin Nachholbedarf

Auch der Auslandsumsatz machte einen enormen Sprung. Mecklenburg-Vorpommerns Maschinenbauer exportierten im Jahr 2017 Waren im Wert von 1,7 Milliarden Euro – fast 59 Prozent mehr als 2016 und so viel wie noch nie.

Zugelegt haben die Unternehmen ebenso bei der Exportquote. Zirka 54 Prozent der Produkte gingen ins Ausland. "In Ostdeutschland weist nur Berlin eine höhere Exportrate auf. Es gibt aber dennoch Nachholbedarf. Schaut man auf den Exportanteil des gesamtdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus von etwa 77 Prozent, hinkt Mecklenburg-Vorpommern noch deutlich hinterher", erklärt Pätz. Die Gründe hierfür seien nach wie vor historisch bedingt. Die Zahl der Betriebe und die kleineren Betriebsgrößen spielten ebenso eine Rolle wie die ausgeprägte Zulieferstruktur.


Fachkräfteengpass größtes Produktionshindernis

Moderat nach oben zeigte die Beschäftigungskurve. In den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern arbeiteten im Jahr 2017 durchschnittlich fast 6.000 Menschen – das waren 2,3 Prozent oder zirka 140 Personen mehr als 2016.

"Die jüngsten Zahlen zeigen, dass zur Wirtschaftskraft Mecklenburg-Vorpommerns ganz wesentlich Industriezweige wie der Maschinen- und Anlagenbau beitragen", betont der Landesverbands-Geschäftsführer. Für das laufende Jahr erwartet der Verband, dass sich der positive Trend fortsetzt. Voraussetzung seien jedoch unveränderte geopolitische Rahmenbedingungen.

Darüber hinaus müsse die deutsche Politik dringend wettbewerbsrelevante Fragen lösen. Gefragt seien Zukunftskonzepte für Themen wie Verkehrsinfrastruktur, Bildung und Digitalisierung. Erfreut registriert Pätz daher die Ankündigung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, dass die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung zu den Arbeitsschwerpunkten der Landesregierung im Jahr 2018 gehören werde.

Besorgt zeigt er sich hingegen beim Thema Fachkräfte. "Der zunehmende Engpass war 2017 erstmals das größte Produktionshindernis im Maschinenbau. Die sich bildende Fachkräftelücke entwickelt sich zur Wachstumsbremse, wenn Aufträge nicht angenommen und ausscheidende Mitarbeiter nicht sofort adäquat ersetzt werden können", warnt Pätz.

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