VDMA: Steuerliche FuE-Förderung darf nicht zur Luftbuchung verkommen

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Forschungsförderung muss größere Mittelständler besser erreichen - Produktivitätsentwicklung: noch entfaltet die Digitalisierung nicht ihr volles Potenzial - Praxiserfahrung bei FH-Professoren in Ingenieurwissenschaften stärken

„In der neuen Wahlperiode muss die Politik liefern“, erklärte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, anlässlich des heute veröffentlichten Jahresgutachtens der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). „Midrange Companies, also größere Mittelständler mit 250 bis 3.000 Beschäftigten, werden von der Forschungsförderung klar benachteiligt.“ Die Förderwahrscheinlichkeit sei bei kleinen und großen Unternehmen signifikant höher. „Hier muss eine Trendwende gelingen“, forderte Rauen.

Die steuerliche Forschungsförderung sei dafür das Instrument der Wahl.
„Ob Deckelung oder Staffelsätze – jedes Modell jenseits einer allgemeinen steuerlichen Forschungsförderung muss sich daran messen lassen, ob es gelingt, der Bedeutung gerade von ‚Midrange Companies‘ für Innovation und damit letztlich Beschäftigung besser gerecht zu werden.“ Die Ankündigung im Koalitionsvertrag, eine steuerliche FuE-Förderung einzuführen, gelte es nun im Bundeshaushalt zu hinterlegen. „Sonst bleibt es auch in dieser Wahlperiode bei einer bloßen Luftbuchung“.

 

„Unser Erfolgsmodell ist, Professoren aus Führungspositionen in der Industrie an die Hochschulen zu berufen."

Produktivität: Digitalisierung noch in Investitionsphase
„Produktivität und Digitalisierung müssen im Maschinenbau zusammengedacht werden“, unterstrich Rauen mit Blick auf ein Schwerpunktthema im EFI-Gutachten. „Viele Unternehmen sind hier noch in der Investitionsphase“. Erste Ergebnisse einer Studie der IMPULS-Stiftung zum „Produktivitätsparadoxon“ deuten überdies darauf hin, dass ein steigender Dienstleistungsanteil und eine zunehmende Produktdifferenzierung das Produktivitätswachstum bremsten. „Bei näherer Betrachtung ist die Produktivitätsentwicklung nicht paradox, sondern erklärbar.“

Industrieerfahrung bei Berufungen in Ingenieurwissenschaften stärken
„Bei Bildung und Wissenschaft liegt der Koalitionsvertrag klar über dem großkoalitionären Durchschnitt – und das auf hohem Niveau, ganz ohne Basiseffekt“, so Rauen. Dazu gehöre auch die Stärkung der Fachhochschulen.

„Ein neues Karriereprogramm darf Praxiserfahrung als Berufungsvoraussetzung für eine Professur keinesfalls aufweichen“, unterstrich Rauen. „Unser Erfolgsmodell ist, Professoren aus Führungspositionen in der Industrie an die Hochschulen zu berufen. Dazu bedarf es wettbewerbsfähiger Bedingungen bei Gehalt und Ausstattung.“