EU-Verordnung: Sorgfaltspflichten bei Konfliktmineralien

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Ab dem 1. Januar 2021 gelten für Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus Risikogebieten – sogenannten Konfliktmineralien – in die EU verbindliche Sorgfaltspflichten.

Die am 8. Juni 2017 in Kraft getretene EU-Verordnung zur „Festlegung von Pflichten zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette von Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erzen und Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“ legt diese Sorgfaltspflichten fest. Damit strebt die EU an, die Finanzierung von Konflikten durch Rohstoffe und Verletzungen von Menschenrechten bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung dieser Metalle und Minerale entlang der Lieferkette einzudämmen.

 

„Die Verordnung kann auch bei weiterverarbei-tenden Firmen zu Mehraufwand führen.“ Naemi Denz, VDMA

Verantwortungsvolle Quelle nachweisen

Importeure müssen künftig nachweisen, dass sie die von der Verordnung erfassten Minerale und Metalle nur aus verantwortungsvollen Quellen beziehen. Von der Verordnung ausgenommen sind vorhandene EU-Bestände, die vor dem 1. Februar 2013 angelegt wurden, sowie Kleinstimportmengen und recycelte Metalle.

„Zwar konzentrieren sich die Maßnahmen auf Einführer der genannten Minerale und Metalle in die Europäische Union, sogenannte Unionseinführer. Maschinenbauer müssen aber davon ausgehen, dass insbesondere größere Kunden zukünftig solche Auskünfte anfragen“, schätzt Naemi Denz, Leiterin der Abteilung Technik, Umwelt und Nachhaltigkeit im VDMA. Ausschlaggebend dafür ist die nichtfinanzielle Berichtspflicht, der große kapitalmarktorientierte Unternehmen seit 2017 unterliegen. Darüber hinaus sieht die neue EU-Verordnung auch freiwillige Dokumentationsmöglichkeiten vor. „Dies kann ähnlich der US-amerikanischen Regulierung (dem Dodd-Frank-Act) auch bei weiterverarbeitenden Betrieben zu erheblichem Mehraufwand führen“, sagt Denz weiter..

In Deutschland wurde die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als nationale Behörde benannt. Sie wird ab 2021 prüfen, ob deutsche Unionseinführer die Bestimmungen der Verordnung einhalten.

Unterstützende Dokumente

Ein OECD-Leitfaden bietet Orientierung und erklärt, wie Unternehmen Risiken erkennen und Maßnahmen implementieren können. Im Zusammenhang mit dieser Verordnung hat die EU hat kürzlich unverbindliche Leitlinien (auch in deutscher Sprache) veröffentlicht. Sie haben - ähnlich wie der OECD-Leitfaden - das Ziel, Anwender bei der Ermittlung von Konflikt- und Hochrisikogebieten und sonstigen Lieferkettenrisiken zu unterstützen. 

Weitere Informationen (in englischer Sprache):