Modernisierung der Berufe

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Anpassung der M+E-Berufe im „Agilen Verfahren“

Sozialpartnervereinbarung

Mit den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die mit ihr einhergehenden Entwicklungen ändern sich auch die Anforderungen an die Fachkräfte und die dafür notwendigen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Metall- und Elektro-Industrie. Damit sie in der Lage sind, diese Veränderungen zu bewältigen und mitzugestalten, müssen Aus- und Fortbildungen die neuen Anforderungen aufgreifen.

Vor diesem Hintergrund haben sich Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall im Frühjahr 2016 darauf verständigt, die Industrie 4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich hinsichtlich neuer Anforderungen und beruflicher Perspektiven im Umfeld von Industrie 4.0 zu untersuchen. Unter Einbeziehung der Expertisen von Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft und nach Auswertung vorliegender Studien wurden Vorschläge zur Aktualisierung und die dafür notwendigen Handlungsempfehlungen entwickelt.

Teilnovellierung der M+E Berufe

Angestoßen durch die Sozialpartner wurden die Ausbildungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe daher im Rahmen einer Teilnovellierung aktualisiert, auf die Qualifikationsanforderungen der Industrie 4.0 angepasst sowie durch optionale Zusatzqualifikationen ergänzt. 

Die modernisierten Ausbildungsordnungen der M+E-Berufe enthalten künftig folgende wichtige Neuerungen:

  • Erweiterung des Ausbildungsprogramms um die Themen „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“. Diese Inhalte vermitteln die Unternehmen künftig in allen novellierten M+E-Berufen. Die M+E-Sozialpartner liefern damit auch eine Vorlage für die duale Ausbildung insgesamt: Wenn diese Inhalte zur Digitalisierung als Standard für alle dualen Berufe aufgenommen werden, lassen sich die Berufe mit Blick auf die Anforderungen der Digitalisierung zukunftsfest machen.
  • Aktualisierung der betrieblichen Ausbildungsinhalte und der schulischen Lerninhalte, damit Betriebe und Berufsschulen im bewährten Zusammenspiel diejenigen Qualifikationen vermitteln können, die für die Anforderungen von Industrie-4.0-Prozessen wichtig sind.
  • Optionale Zusatzqualifikationen zu Themen der Digitalisierung als Optionen für die Betriebe und ihre Auszubildenden. Dabei geht es zum Beispiel um digitale Vernetzung, Prozess- und Systemintegration, IT-Sicherheit oder um Additive Fertigungsverfahren (3-D-Druck). Mit insgesamt sieben optionalen Zusatzqualifikationen werden die zentralen Qualifizierungsschwerpunkte für Industrie 4.0 in den Bereichen Metall, Elektro und Mechatronik abgebildet.
     

Tipps und Hilfestellung zur Umsetzung

Die Änderungsverordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe sowie des Mechatronikers/der Mechatronikerin wurden am 13. Juni 2018, im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Damit treten die Berufe wie geplant zum 1. August 2018 in Kraft.

Mit ihrem „Agilen Verfahren“ zeigen die verantwortlichen Sozialpartner und Ministerien, dass das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland mit seinen dynamischen und gestaltungsoffen angelegten Berufsstrukturen in der Lage ist, sehr schnell auf die Herausforderungen und Veränderungs-geschwindigkeiten im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und Digitalisierung zu reagieren.