Freihandelsabkommen: USA warten auf Zeichen aus Brüssel

VDMA

Eine Delegationsreise von BDI und VDMA nach Washington bringt positive Signale für die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU. Der Besuch macht auch klar: der Maschinenbau aus Deutschland hat eine wichtige Bedeutung für Modernisierung der US-Industrie.

Trotz des aktuellen Stillstands in den Verhandlungen ist die US-Administration weiterhin an einem Freihandelsabkommen mit der EU interessiert. „Das ist eine erfreuliche Nachricht“, bewertete Karl Haeusgen, VDMA-Vizepräsident, seine gemeinsam mit dem BDI durchgeführte Delegationsreise vom 10. bis 13. September nach Washington und Chicago. Nach Aussage von hochrangigen Vertretern des U.S. Department of Commerce wartet die amerikanische Administration dazu auf ein positives Signal aus Brüssel. 

Einig waren sich die US-Gesprächspartner, dass die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA erhalten werden sollte. So betonte Thomas Donohue, Präsident und CEO der U.S. Chamber of Commerce, dass für die amerikanischen Farmer Mexiko der mit Abstand wichtigste Exportmarkt ist. 

Hohe Bedeutung des deutschen Maschinenbaus in den USA 

VDMA-Vizepräsident Haeusgen erläuterte in all seinen Gesprächen die Bedeutung des deutschen Maschinenbaus für die Modernisierung der US-Industrie. Moderne Maschinen und Anlagen aus Deutschland verbessern die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Unternehmen und tragen somit auch zu einer Steigerung der US-Exportfähigkeit bei. Nur durch eine Erhöhung der Exporte könne die USA ihr Handelsbilanzdefizit abbauen, erläuterte Haeusgen.

Der VDMA-Vizepräsident nutzte die Delegationsreise darüber hinaus, um die tiefe Verwurzelung der deutschen Investitionsgüterindustrie in den USA zu aufzuzeigen. Mit 81.000 Mitarbeitern beschäftigt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau mehr Menschen vor Ort in den USA als die gesamte amerikanische Kohleindustrie zusammen (76.000 Beschäftigte).

Trotz des aktuellen Stillstands in den Verhandlungen ist die US-Administration weiterhin an einem Freihandelsabkommen mit der EU interessiert.

Das starke amerikanische Engagement deutscher Unternehmen zeigt sich zudem eindrucksvoll in den Geschäftszahlen: Der Umsatz amerikanischer Tochterfirmen deutscher Maschinenbauer ist mit 40 Milliarden Dollar (2014, neuere Zahlen liegen nicht vor) mehr als doppelt so hoch, wie die deutschen Maschinenexporte in das Land.

Duale Ausbildung beeindruckt US-Gesprächspartner

Ein weiteres Schwerpunktthema bei fast allen Gesprächen und insbesondere bei den Firmenbesuchen bei Mitgliedern vor Ort spielte die berufliche Ausbildung. Die amerikanischen Gesprächspartner betonten ihre Wertschätzung für das duale Ausbildungssystem in Deutschland und berichteten von Überlegungen, etwas Vergleichbares in den USA einzuführen. 

Ein erster Ansatz zur Verbesserung der Berufsausbindung ist das ICATT – Industry Consortium for Advanced Technical Training der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in Chicago, das einen deutschen IHK-Abschluss für mehrere Bundesstaaten anbietet.
 
Weitere Gesprächsgegenstände der Delegationsreise waren die geplante Steuerreform sowie der notwendige Infrastrukturausbau in den US-Bundesstaaten.