Welcker wirbt bei IG Metall für mehr Flexibilität

Uwe Noelke

Industrielle Wertschöpfungsketten lassen sich nach Ansicht von VDMA-Präsident Carl Martin Welcker langfristig in Deutschland halten, wenn die Infrastruktur stimmt.

Dazu gehörten neben einem leistungsfähigen Verkehrs- und Energienetz auch eine Digitale Infrastruktur sowie ein leistungsfähiges Bildungswesen. „Wenn das vorhanden ist, lassen sich Wertschöpfungsketten halten – auch wenn die Löhne und Gehälter in den deutschen Vorzeigeindustrien sehr hoch sind“, sagte Welcker auf einer Konferenz der IG Metall in Berlin, die sich mit dem industriellen Wandel in der Stahlindustrie, der Automobilindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau auseinandersetzte.

Die beiden größten globalen Herausforderungen sind nach Welckers Einschätzung das Bevölkerungswachstum und der Klimaschutz. „Diese Themen bekommen wir nur in den Griff, wenn wir deutlich effizienter und ressourcensparender produzieren. Und die notwendige Effizienzsteigerung erreichen wir nur, wenn die Produktionsbedingungen stimmen“, betonte er. Diese fordere er von der Politik ein. Sie müsse aber ihre Wirtschafts- und Industriepolitik „marktwirtschaftlich unterlegen und innovationsoffen gestalten“. Die Art und Weise, wie die Politik dagegen die Energiewende und die Mobilitätswende organisiert, bezeichnete der VDMA-Präsident als „zwei Negativbeispiele“.

Um disruptiven Entwicklungen begegnen zu können, bräuchten die Unternehmen einen flexiblen Arbeitsmarkt. „Dazu sind Zeitarbeit, Werkverträge und Flexibilisierung der Arbeitszeiten wichtig, wenn wir die Industrie in einem Hochlohnland wie Deutschland halten wollen“, sagte Welcker direkt an die Adresse der IG Metall gerichtet. Hierzu sicherte er aber auch den Gewerkschaften seine volle Unterstützung bei der der Missbrauchsbekämpfung zu. „Wir leben Sozialpartnerschaft, und ich bin mir sicher, wir werden auch in Zukunft Wege finden, gemeinsam unseren Standort zu stärken“, sagte Welcker.