Wirtschaftspolitische Positionen des VDMA Großanlagenbaus

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Die im VDMA organisierten Maschinen- und Anlagenbauer skizzieren den aus ihrer Sicht dringlichen politischen Handlungsbedarf in gemeinsamen wirtschaftspolitischen Positionen.

Engagierte politische Interessenvertretung für den Großanlagenbau

Das zentrale Betätigungsfeld der politischen Interessenvertretung des VDMA Großanlagenbaus ist die Steuer- und Außenwirtschaftspolitik. Aufbauend auf der umfassenden Darstellung und Analyse der wirtschaftlichen Lage des Großanlagenbaus formulieren die im VDMA organisierten Unternehmen nchfolgend den Handlungsbedarf in der im internationalen Projektgeschäft relevanten Außenwirtschafts- und Steuerpolitik.

Dabei ist die Wettbewerbsposition des VDMA Großanlagenbaus sowie das hoch komplexe Umfeld der VUCA-Welt, das sich insbesondere auf das exportorientierte internationale Projektgeschäft auswirkt seit Jahren bekannt und sei hier deshalb nur in kurzen Stichpunkten skiziert:

  • Weltweite starke politische Unsicherheiten: drohende Instabilität in Europa (BREXIT, erneute Eurokrise, zunehmender Nationalismus, Protektionismus, Konflikte im Mittleren Osten (Syren, Yemen), Terrorismus
  • Fragile, sich abkühlende Weltkonjunktur, Wachstumsverlangsamung in China, USA, EU
  • Starker Wandel der Energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen: Energiewende, Nachhaltigkeit
  • Zunehmender Einfluss der Digitalisierung auf allen Wertschöpfungsstufen des Projektgeschäfts
  • Steigender Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China

Aus den gerade im EPC-Geschäft wichtigen Handlungsfeldern Außenwirtschaft und Steuern befassen sich die spezifischen politischen Positionen des Großanlagenbaus mit Aspekten der Finanzierung und Exportkreditversicherung. 

 

Wichtige Handlungsfelder in der Exportkreditversicherung von Großprojekten sind aus Sicht des Großanlagenbaus:

  • Die OECD-Mitglieder sollten die Chance der grundlegenden Neugestaltung des vor 40 Jahren eingeführten Konsensus für Exportkredite nutzen, um ein modernes Regelwerk zu schaffen, aber zuvor sollten Sie eine Reform der local cost-Regelung umsetzen.

  • Die deutsche Regierung sollte die Definition für "Auslandsprojekte im strategischen nationalen Interesse" kritisch überprüfen und den Anwendungsbereich der damit verbundenen strategischen Maßnahmen für größere Teile der Exportwirtschaft öffnen.

  • Die deutsche Regierung sollte ferner das Risiko der Doppelbesteuerung stärker reduzieren, die Transparenz bei der Verhandlung künftiger Doppelbesteuerungsabkommen erhöhen und die zunehmend überbordende Bürokratie im Bereich der Dokumentations- und Berichtspflichten schrittweise abbauen.

Die Tatsache, dass in diesen spezifischen Themenfeldern der Außenwirtschafts- und Steuerpolitik dringender Handlungsbedarf besteht, ist mittlerweile unbestritten - auch seitens der Politik! So betont zuletzt etwa die im Februar 2019 in Deutschland veröffentlichte "Nationale Industriestrategie 2030", die auch den Anlagenbau zu den industriellen Schlüsselbereichen zählt und dessen herausforderndes Umfeld zutreffend beschreibt, dass die Zeiten nationaler Alleingänge gerade vor dem Hintergrund der globalen Lieferketten und komplexen Interdependenzen längst vorbei sind: das Papier spricht ausdrücklich von Leitlinien für eine deutsche und europäische Industriepolitik.

Der VDMA Großanlagenbau begrüßt die Initiative, die nationale und europäische Industriepolitik in den Fokus der aktuellen Debatte zu stellen. Er unterstützt das starke Bekenntnis Deutschlands zum Multilaterialismus, das mit Blick auf einzelne Teile von Europa bereits nicht mehr zum europäischen Konsens zu zählen droht.

Die politischen Positionen zur Außenwirtschafts- und Steuerpolitik sind auf dieser Seite als Download erhältlich.

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