Politische Erfolge beim Thema EPC-Fähigkeit

Linde AG

Die Studie untersucht die EPC-Fähigkeit der deutschen Anlagenbauindustrie im globalen Wettbewerb und formuliert konkrete Handlungsfelder für Industrie und Politik.

Benchmarking Studie "Digital budiness models in plant engineering in an international comparison"

Neben der Frage der Nachhaltigkeit von Technologien und Prozessen beschäftigen sich die Gremien der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau auch mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den Großanlagenbau. Nach dem auf Basis zweier Vorläufer-Studien eine erste Bestandsaufnahme innerhalb des Mitgliederkreises vorgelegt werden konnte, ging es 2019 mit der Benchmarking Studie "Digital budiness models in plant engineering in an international comparison" einen Schritt weiter, in dem der Stand und die Perspektiven der Digitalisierung im internationalen Großanlagenbau analysiert wurden.

Dabei wurde deutlich, dass bis 2025 mit grundlegenden Marktverschiebungen zu rechnen ist. Digitale, datengetriebene Dienste und Serviceleistungen rücken in den Fokus vieler Kunden und erfordern völlig neue Denkweisen und Fähigkeiten vom Anlagenbau.

Gemeinsam mit mehreren Industrieverbänden hat die Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau die Erstellung der Studie des BMWi zur EPC-Fähigkeit der deutschen Bau- und Anlagenbauindustrie beratend begleited. Die Studie hat konkrete Handlungsfelder ermittelt, die die Unternehmen, die Wissenschaft aber auch die Politik in die Pflicht nehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im EPC-Geschäft zu stärken.

Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse appellierte die Arbeitsgemeinschaft an Staatssekretär Matthias Machnig, den künftigen Handlungsfokus auf Maßnahmen der staatlichen Exportunterstützung und der politischen Flamkierung von EPC-Projekten zu legen. Der VDMA Großanlagenbau  sieht  mit Blick auf das sich mit dramatischer Geschwindigkeit verändernde Markt- und Wettbewerbsumfeld die Notwendigkeit, insbesondere die Handlungsfelder

Markterschließung stärken:
"Stärkerer gemeinsamer Auslandsauftritt von Industrie und Politik"
Finanzierungsmöglichkeiten ausweiten "Flexibilisierung und Erweiterung der staatlichen Außenwirtschaftsförderung"

zu betonen. 

Die PC-Studie des BMWi zur Exportfinanzierung zeigt auch, dass lokale Lieferanteile zu den strategischen Komponenten des EPC-Geschäfts zählen. Der OECD-Konsensus sieht derzeit eine Grenze von 30 Prozent vom Gesamtauftragswert vor, während etwa China als nicht OECD-Mitglied eine solche Obergrenze nicht kennt und lokale Anteile vollständig mit-finanzieren kann. Die Finanzierungsexperten der AGAB setzen sich aktuell intensiv für eine Weiterentwicklung des OECD-Konsensus in Bezug auf die Deckungsfähigkeit lokaler Kosten ein. Aus Sicht des Anlagenbaus ist eine Erhöhung der Einbeziehung der lokalen Kosten in eine ECA-gedeckte Finanzierung auf 50 Prozent des Gesamtauftragswertes notwendig.
 
Der VDMA Großanlagenbau ist daran interessiert, den fruchtbaren Dialog mit dem Bund und den Mandataren im Bereich der Außenwirtschaftsförderung und der (frühzeitigen) politischen Flankierung von Exportvorhaben im internationalen Projektgeschäft fortzusetzen und gemeinsam praxisgerechte Lösungen zu den Handlungsempfehlungen der Studie zu entwickeln.

 

Die Studie ist online auf der Internetseite des BMWi erhältlich.