Baden-württembergische Maschinenbauer erwarten im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 6 Prozent

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Die wichtigsten Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2017 des VDMA Baden-Württemberg im Überblick.

Fast drei Viertel der Unternehmen beurteilen ihre Auftragseingangssituation als gut oder sehr gut. Für die nächsten Monate geht beinahe jedes dritte der an der Umfrage beteiligten Unternehmen von einer weiteren Verbesserung der Auftragseingänge aus. Die Impulse dazu kommen im Vergleich zum Vorjahr verstärkt aus dem Ausland. Entsprechend setzen 70 Prozent der Unternehmen auf ein Exportwachstum in diesem Jahr.

Fast jedes zweite Unternehmen zeigt sich zufrieden mit dem aktuellen Geschäftsverlauf in China – ein deutliches Plus gegenüber Vorjahr. Der Maschinenbau stellt sich damit erfolgreich gegen den Abwärtstrend der vergangen zwei Jahre. Positiver bewertet als im Vorjahr werden auch die Absatzchancen in den USA. 44 Prozent der befragten Unternehmen sind mit dem stärksten Exportmarkt der baden-württembergischen Maschinenbauer zufrieden – ein Plus von 5 Prozent gegenüber 2016.

Den Auswirkungen des Brexit sehen die meisten Unternehmen mit Gelassenheit entgegen, einen Umsatzrückgang aufgrund des Ausscheidens Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt erwartet derzeit nur eine Minderheit.

Die Erwartungen der an der Umfrage beteiligten Unternehmen lassen für das laufende Jahr auf einen Umsatzrekord hoffen. 84 Prozent gehen derzeit von einem Umsatzanstieg aus, beinahe die Hälfte sogar von mehr als 5 Prozent. Im gewichteten Durchschnitt erwarten die Unternehmen damit einen Anstieg von nominal mindestens 6 Prozent, dies entspricht einem realen Plus von derzeit 5 Prozent. Auf Basis dieser Erwartungen könnte der baden-württembergische Maschinenbau 2017 einen Umsatz von 81,2 Milliarden Euro realisieren. Im vergangenen Jahr setzten die Unternehmen insgesamt 76,3 Milliarden Euro um.

Laut amtlicher Statistik beschäftigte der Maschinen- und Anlagenbau im vergangenen Jahr im Durchschnitt mehr als 308.000 Menschen. Über die Hälfte der Unternehmen will in den nächsten Monaten weiter Personal aufbauen, Personalabbau ist nur für 6 Prozent ein Thema.

Die Betriebe sehen sich auch im kommenden Jahr weiter im Aufschwung. Für 2018 erwarten knapp 80 Prozent der Unternehmen ein Umsatzwachstum. Trotz des großen Optimismus gibt es auch Warnsignale, die die Maschinenbaukonjunktur belasten könnte. Deutlich stärker als im vergangenen Jahr tritt der Fachkräftemangel als Hindernis für Wachstum hervor. Die Suche nach Ingenieuren und Facharbeitern steht mit 42 Prozent an erster Stelle der betrieblichen Hemmnisse. Entsprechend hoch ist mit 76 Prozent die Zahl der Betriebe mit offenen Stellen für Ingenieure und Facharbeiter.

Die Digitalisierung ist die zentrale Herausforderung des technologischen Wandels, 80 Prozent der Unternehmen sehen auf diesem Gebiet eine unmittelbare Herausforderung für ihr Geschäftsmodell. Auffallend sind die Unterschiede im Bereich der digitalen Vorreiter. Während jedes vierte Unternehmen den eigenen Reifegrad im Bereich smarter Endprodukte als hoch oder sogar sehr hoch einschätzt, gibt es nur vergleichsweise wenige Unternehmen, die die neuen technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung bereits bei internen Prozesse anwenden.

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