Europäische Investitionskontrolle wäre ein Eigentor

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Mehrere EU-Staaten drängen auf die Kontrolle von Investitionen auf europäischer Ebene. Der VDMA warnt davor, den Standort Europa für ausländische Investoren unattraktiver zu machen.

Die europäische Wirtschaft ist auf Investitionen auch aus nicht-europäischen Staaten angewiesen. Der Maschinenbau befürchtet, dass eine Investitionskontrolle auf europäischer Ebene, wie sie mehrere Staaten beim EU-Gipfel in Brüssel anregen wollen, das Investitionsklima in Europa nachhaltig beeinträchtigt und dadurch zum Eigentor wird. Vorrang muss immer das Ziel sein, dass europäischen Unternehmen im Ausland, beispielsweise in China, die gleichen Rechte eingeräumt werden wie ausländischen Investoren in der EU.

„Investitionen sind grundsätzlich gut für Europa - unabhängig davon, ob sie aus der EU kommen oder aus Drittstaaten. Im Maschinenbau hat das Engagement von Investoren beispielsweise aus China bislang keinen Abbau von Arbeitsplätzen nach sich gezogen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Bestehende Instrumente reichen aus, um gegebenenfalls die Interessen der europäischen Industrie zu schützen. Eine europäische Investitionskontrolle würde den Standort Europa unattraktiver machen für ausländische Investoren und darf nur die Ultima Ratio sein, falls europäischen Unternehmen im Ausland, zum Beispiel in China, nicht die gleichen Rechte eingeräumt werden wie den jeweiligen Investoren in der EU. Deshalb müssen wir nun dringend das lange geplante Investitionsabkommen mit China abschließen."

"Investitionen sind grundsätzlich gut für Europa - unabhängig davon, ob sie aus der EU kommen oder aus Drittstaaten"

Im Jahr 2015 betrug der Bestand ausländischer Direktinvestitionen im deutschen Maschinenbau 18 Milliarden Euro. Im gleichen Jahr belief sich der Investitionsbestand deutscher Investoren im ausländischen Maschinenbau auf 35 Milliarden Euro, davon entfielen 5,7 Milliarden Euro auf China.