VDMA: Steuerliche Forschungsförderung ist überfällig

Wittenstein

Der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen hat den Vorstoß des Bundeswirtschaftsministeriums, Forschungsaufwendungen der Unternehmen steuerlich zu fördern, als überfällig bezeichnet. „Besser spät als nie – ich hoffe nur, dass die guten Absichten nicht bloß dem Wahlkampf geschuldet sind.“

„Die steuerliche Forschungsförderung lenkt Innovation nicht, sondern ist themenoffen. Möglichst viele Unternehmen müssen so in ihren Innovationsanstrengungen bestärkt werden“, fordert Rauen. Insofern sei es zu begrüßen, dass der Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums zumindest auf Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten abziele. „Dies kann aber nur der erste Schritt sein“. Gleiches gelte für die vorgeschlagene Begrenzung nur auf die FuE-Personalkosten.

„Bei der Einführung der steuerlichen Forschungsförderung ist darauf zu achten, dass das ohnehin komplizierte Steuerrecht nicht noch komplexer wird“, betont Rauen. Zudem sollte eine nicht zu enge Auslegung des Begriffs Forschung und Entwicklung gewählt werden, ganz zu schweigen von Vorgaben, auf welchem Forschungsfeld Unternehmen förderungswürdig sind und welche Zusatzauflagen sie noch zu erfüllen haben. „Wir plädieren für eine möglichst klare und unbürokratische Ausgestaltung“, so Rauen.

„Ziel in der Forschungsförderung müssen nachhaltige Nutzwerte für möglichst viele Unternehmen sein“, unterstreicht Rauen. „Das leistet die Industrielle Gemeinschaftsforschung. Insofern begrüßen wir die geplante Mittelerhöhung für dieses einmalige Netzwerk der Besten sehr“. Geforscht werde hier nicht im Elfenbeinturm, sondern anwendungsorientiert, entlang der gesamten Wertschöpfungskette und exakt auf die Bedarfe der Industrie zugeschnitten. „Deshalb muss der Mittelaufwuchs rasch erfolgen und mittelfristig auch deutlich über die nun geplanten 200 Mio. Euro hinaus gehen“, so Rauen.

Ziel in der Forschungsförderung müssen nachhaltige Nutzwerte für möglichst viele Unternehmen sein.

Der VDMA macht sich schon lange für eine steuerliche Forschungsförderung stark. Der VDMA vertritt dabei die Auffassung, dass auch große Unternehmen davon profitieren sollten. Die steuerliche Forschungsförderung sollte zusätzlich zu einer gestärkten Industriellen Gemeinschaftsforschung und einer möglichst breitenwirksam angelegten Projektförderung eingeführt werden. Nach Medienberichten plant das Bundeswirtschaftsministerium eine steuerliche Förderung für forschende Unternehmen mit bis zu tausend Beschäftigten. Sie sollen demnach eine Steuergutschrift in Höhe von 10 Prozent ihrer FuE-Personalkosten erhalten; diese Gutschrift würde dann von der Lohnsteuerschuld des Unternehmens abgezogen. Das Wirtschaftsministerium verspricht sich davon einen sofortigen „Liquiditätseffekt". Überdies sieht das Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium vor, die Mittel für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) stufenweise auf 200 Millionen Euro zu erhöhen.