Welcker: „Wenn die USA dichtmachen, gibt es weltweit Bremsspuren“

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VDMA-Präsident Carl Martin Welcker hat in einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe) vor den Folgen des zunehmenden Protektionismus gewarnt.

Die Bedrohung der der europäische Wirtschaft gehe weniger von einzelnen Personen wie der französischen Präsidentschaftskandidatin Marie le Pen aus, vielmehr vom „Gift der Abschottungsmaßnahmen“ insgesamt. Welcker fügte hinzu: “Erst „America first“, dann Englands Rückzug und demnächst ein Referendum in Frankreich – vor dieser ansteckenden Krankheit haben wir Angst, denn 75 Prozent unserer Produkte verkaufen wir jenseits der deutschen Grenze.“ Protektionismus würde aber nicht nur dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau selbst, sondern auch seinen Abnehmern schaden. Denn die Kunden kauften deutsche Maschinen vor allem, weil sie wegen der Qualität wettbewerbsfähiger werden. „Wenn sich Kunden künftig vielleicht aufgrund von Zöllen für das zweitbeste Produkt entscheiden, dann ist das langfristig auch für ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht gut“, sagte er zur Begründung.

Auf die Frage, ob bereits die Folgen des wirtschaftspolitischen Kurses von US-Präsident Donald Trump zu spüren sind, sagte Welcker, das sei in den USA noch nicht der Fall, aber in den Zulieferländern. „Wenn wir zum Beispiel nach Mexiko oder China liefern und die dortigen Kunden wegen der Unsicherheit in den USA erstmal abwarten, dann gibt es schon eine gewisse Investitionszurückhaltung.“ Die USA seien das konsumreichste Land der Erde, sagte der VDMA-Präsident weiter. „Wenn die dichtmachen, gibt es weltweit Bremsspuren.“

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