VDMA: Starke Industrie ist Kerninteresse der EU

EU Kommission

Am "Industry Day" der EU fordert der VDMA, die Belange der Industrie in Europa nicht zu vernachlässigen. Gute Industriepolitik ist letztlich nicht nur im Interesse der Unternehmen.

Am „Industry Day“ diskutiert die EU am 28. Februar die Zukunft der Industrie in Europa. Das ist zwar ein gutes Signal – wichtiger für Unternehmen ist aber eine gute Industriepolitik der EU. Noch vor wenigen Jahren hatte die Kommission einen Industrieanteil von 20 Prozent in Europa als Ziel ausgerufen – heute spricht kaum noch jemand davon. Der VDMA mahnt, dass Europapolitik die Belange der Industrie wieder stärker in den Vordergrund stellen müsse. Daran hätten nicht nur die Unternehmen ein Interesse, sondern auch die Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe in ganz Europa. 

„Eine starke Industrie ist ein Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze. Dafür brauchen Unternehmen aber einen verlässlichen europäischen Rahmen, der genug Freiraum für neue Entwicklungen lässt – beispielsweise für neue Technologien im Bereich Industrie 4.0. Die EU muss die Belange der Industrie in jeder Entscheidung mitdenken, um beispielsweise unnötige Bürokratie für zu vermeiden“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Viele Maschinenbauer vestehen sich als europäische Unternehmen und sind Teil von grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten. Das bringt auch eine besondere Verantwortung der EU mit sich, die Industriepolitik in der Europa nicht zu vernachlässigen.“

"Unternehmen brauchen einen verlässlichen europäischen Rahmen, der Freiraum für neue Entwicklungen lässt"

Bereits in den vergangenen Tagen hatten 92 europäische Industrieorganisationen in einem offenen Brief zu einer ambitionierten Industriepolitik der EU-Kommission aufgerufen. Darin beklagen die Unterzeichner, dass der Industrieanteil in Europa zwischen 2000 und 2014 von 18,8 auf 15,3 Prozent gefallen sei. Gleichzeitig würden andere Länder wie Indien, China oder die USA höhere Priorität auf die heimische Industrie legen.